Biorhythmus: Aus dem Takt

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (18. Juli 2014)

Ist es nicht möglich, die Tagesabläufe der inneren Uhr entsprechend zu leben, wirkt sich das spürbar auf den Körper aus. Das macht sich zum Beispiel bei Langstreckenflügen, die über mehrere Zeitzonen gehen, in Form eines Jetlags bemerkbar. Hat sich die innere Uhr nach ein bis zwei Tagen an den veränderten Hell-Dunkel-Rhythmus gewöhnt, sich also neu synchronisiert, verschwinden die Jetlag-Beschwerden wieder. Es kann jedoch bis zu einer Woche dauern, bis sich alle Körperprozesse (z.B. Hormone, Körpertemperatur) neu reguliert haben. In dieser Zeit sind Betroffene oft

Noch gravierender spüren aber Nacht- und Schichtarbeiter, was es heißt, wenn der Biorhythmus beziehungsweise die innere Uhr nicht dem natürlichen Hell-Dunkel-Wechsel folgen kann – insbesondere bei häufigen Schichtwechseln. Bei Betroffenen kann es auf Dauer zu Beschwerden kommen, wie beispielsweise:

Eule oder Lerche?

Welcher Schlaftyp man ist, ist letztlich auch eine Frage der inneren Uhr und des individuellen Biorhythmus. Manche Menschen sind von Natur aus eher Frühaufsteher (Chronotyp "Lerche"), andere dagegen Spätaufsteher (Chronotyp "Eule"). Lerchen werden früh wach und abends rasch müde. Eulen wachen dagegen später auf und sind auch abends länger aktiv.

Man sieht eine Wecker auf einem Nachttisch und eine schlafende Frau. © Jupiterimages/iStockphoto

Der Biorhythmus kann Schuld sein, wenn man frühmorgens immer nur schwer in die Gänge kommt.

Der jeweilige Chronotyp ist in den Genen (sog. Uhrgene) festgelegt, verändert sich aber im Laufe des Lebens von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter. Die unterschiedlichen Schlaftypen bilden sich aus, weil die entsprechenden Gene bei den Betroffenen unterschiedlich aktiv sind. Selbst beeinflussen kann man den jeweils vorherrschenden Schlaftyp im Grunde nicht.

Insbesondere die "Eulen" müssen durch soziale Gegebenheiten wie ihrem Beruf oft entgegen ihrem Chronotyp leben und leiden unter der Woche an Müdigkeit – quasi einer Art sozialem Jetlag. Am Wochenende versuchen sie dann, das Schlafdefizit durch Ausschlafen auszugleichen beziehungsweise können ihren Chronotyp eher ausleben.