Das Auge: Sehnerv

Veröffentlicht von: Till von Bracht (23. Oktober 2015)

Der Sehnerv leitet die einfallenden Lichtreize von der Netzhaut (Retina) des Auges an das Sehzentrum des Gehirns weiter. Dazu verläuft der Sehnerv vom Augapfel durch die Augenhöhle bis ins Gehirn.

Im sogenannten Sehnervenkopf (Papille) treffen sich die circa 1,2 Millionen Nervenfasern der Netzhaut. Er ist leicht oval und besitzt eine Breite von etwa 1,5 Millimetern. Dort bündeln sich die Nervenfasern, treten durch eine kurze, runde Öffnung in der Lederhaut aus und vereinen sich zum Sehnerv.

Auf dem Weg zum Gehirn verläuft der Sehnerv s-förmig durch die Augenhöhle – so kann sich der Sehnerv auch bei starken Augenbewegungen anpassen. Nach Verlassen der Augenhöhle tritt der Sehnerv durch den knöchernen Sehnervenkanal (Canalis opticus) und verläuft bis zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum). An dieser Stelle kreuzen sich die Sehnerven des linken und des rechten Auges – deshalb verarbeitet die rechte Gehirnhälfte die Informationen des linken Auges, die linke Gehirnhälfte ist für die Informationen des rechten Auges zuständig.

Eine grafische Darstellung des Verlaufs des Sehnervs vom Auge bis zum Gehirn. © iStock

Der Sehnerv verläuft über eine s-förmige Bahn vom Auge bis zum Sehzentrum im Gehirn. Er transportiert die visuellen Informationen, die die Retina verarbeitet hat, damit sie im Gehirn interpretiert werden können.

Je nach Schädelform hat der Sehnerv insgesamt eine Länge von etwa 4 bis 5 Zentimetern. Er verläuft 25 bis 40 Millimeter innerhalb der Augenhöhle und 10 bis 15 Millimeter innerhalb des Schädels, bevor sich die Sehnerven beider Augen vereinen und kreuzen, um dann ins Gehirn einzumünden.