Das Auge: Augenmuskeln

Veröffentlicht von: Till von Bracht (23. Oktober 2015)

Insgesamt besitzt der Mensch sechs verschiedene Augenmuskeln, davon sind vier gerade und zwei schräg. Die vier geraden Augenmuskeln halten den Augapfel in der Augenhöhle fest – zusammen mit den beiden schrägen Augenmuskeln sorgen sie außerdem dafür, dass sich der Augapfel in alle Richtungen drehen kann. Bei einer einzigen Bewegung wirken normalerweise mehrere Augenmuskeln zusammen. 

Folgende Augenmuskeln lassen sich voneinander unterscheiden:

  • Oberer gerader Augenmuskel
  • Unterer gerader Augenmuskel
  • Äußerer gerader Augenmuskel
  • Innerer gerader Augenmuskel
  • Oberer schräger Augenmuskel
  • Unterer schräger Augenmuskel

Normalerweise arbeiten die Augenmuskeln so genau, dass die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen Bild verschmelzen (sog. Fusion). Nur dadurch kann der Mensch räumlich sehen. Bei einigen Menschen stehen die Augenmuskeln jedoch nicht im Gleichgewicht zueinander: Dann kommt es zum Schielen

Eine grafische Darstellung der äußeren Augenmuskeln. Jede Bewegung ist ein komplexes Zusammenspiel der Augenmuskeln zueinander.

Nur durch ihr komplexes Zusammenspiel können die äußeren Augenmuskeln sämtliche Drehbewegungen der Augen in alle Richtungen ausführen.

Durch die äußeren Augenmuskeln lassen sich verschiedene Arten der Bewegung durchführen:

  • Sakkaden: Unter Sakkaden versteht man ruckartige Bewegungen des Auges, die beim Wechsel des Blicks von einem Objekt zum nächsten durchgeführt werden. 
  • Glatte Folgebewegungen: Hierbei folgt das Auge den Bewegungen eines Objekts – zum Beispiel bei einem vorbeifahrendem Auto. 
  • Anpassungsbewegungen: Diese Bewegungen dienen dazu, ein Objekt bei bewegtem Kopf zu fixieren. Dadurch kann man einen Blickpunkt auch bei schnellem Schütteln des Kopf fixieren. 
  • Konvergenzbewegungen: Von Konvergenzbewegungen spricht man, wenn sich die Sehachsen zusammenführen – zum Beispiel wenn sich der Blick auf ein Objekt in der Nähe richtet.

Die Bewegung beider Augen zu koordinieren, ist ein sehr komplexer Vorgang. Daher schielen Babys in den ersten Wochen – sie haben noch nicht gelernt, ihre Augenmuskeln richtig zu steuern.