Prophylaxe

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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"Dreimal täglich nach dem Essen, Zähne putzen nicht vergessen!" Dieser Spruch dürfte vielen noch aus Kindertagen bekannt sein. Doch neben dem Zähneputzen gibt es weitere Maßnahmen, um die Zähne dauerhaft zu erhalten und sie vor Karies, Parodontitis und Co. zu schützen. Wir zeigen Ihnen, was alles zur Prophylaxe rund um Zähne und Zahnfleisch dazugehört!

Wenn von Prophylaxe die Rede ist, geht es ganz allgemein um alle Maßnahmen, mit denen sich Krankheiten vorbeugen, frühzeitig erkennen und rechtzeitig behandeln lassen. Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel gesundheitsfördernde Verhaltensweisen wie gesunde Ernährung oder körperliche Bewegung. Auch die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen oder die Behandlung von bestehenden Erkrankungen, um Rückfällen oder einer Chronifizierung vorzubeugen, zählen dazu.

In der Zahnmedizin umfasst die Prophylaxe alle Maßnahmen, die dem Erhalt der Zahn- und Mundgesundheit dienen. Um die Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten, können Sie selbst einiges tun. So helfen gründliches und regelmäßiges Zähneputzen und eine zahngesunde Ernährung dabei, Karies oder andere Erkrankungen der Mundhöhle vorzubeugen. Auch die regelmäßige Kontrolluntersuchung bei Ihrem Zahnarzt ist wichtig, um Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Ergänzend gehören die professionelle Zahnreinigung (PZR), das Verwenden von Zahnseide und Mundspülungen oder das Versiegeln von Fissuren zu den Vorsorgemaßnahmen im zahnmedizinischen Bereich.

Zahnprophylaxe im Überblick

  • gründliche und regelmäßige Mundhygiene
  • zahngesunde Ernährung
  • regelmäßige Konrtolluntersuchung beim Zahnarzt
  • professionelle Zahnreinigung
  • Verwenden von Zahnseide und Mundspülungne
  • Versiegeln von Fissuren

Gründliche und regelmäßige Mundhygiene

Für die Zahnprophylaxe ist es wichtig, die Zähne regelmäßig, sorgfältig und systematisch zu putzen. Wer mit der Zahnbürste nur flüchtig durch den Mund fährt, riskiert, dass Beläge zurückbleiben, die den Zahnschmelz zerstören und zu Karies führen.

Mit Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta befreien Sie die Zahnflächen auf Vorder- und Rückseite und die Kauflächen der Backenzähne von Bakterien und Rückständen. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume eignen sich Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten.

Greifen Sie mindestens zweimal täglich zur Zahnbürste und putzen Sie die Zähne gründlich zwei bis drei Minuten lang!

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Für die Reinigung der Zahnzwischenräume eignet sich Zahnseide.

Besondere Sorgfalt auf Kauflächen und am Zahnfleischrand

Auf den Kauflächen der Zähne befinden sich Höcker und Furchen, zwischen denen sich die Nahrung gut zermahlen lässt. Manchmal sind diese Furchen (sog. Fissuren) jedoch so eng, dass man mit Zahnbürste oder Zahnseide nicht dazwischen gelangt. Essensreste und kariesfördernde Bakterien gelangen dafür umso besser hinein und richten dort auf Dauer Schaden in Form von Karies an, wenn sie von der Zahnbürste nicht erwischt werden.

Hier kann eine professionelle Zahnreinigung zur Prophylaxe sinnvoll sein – mit speziellen Geräten, die mit Ultraschall arbeiten, können die Mitarbeiter der Zahnarztpraxis nicht nur Beläge auf den Zahnoberflächen beseitigen, sondern auch in Zwischenräume und Zahnfleischtaschen gelangen.

Mit der regelmäßigen Kontrolluntersuchung stellen Sie außerdem sicher, dass der Zahnarzt erste Kariesanzeichen frühzeitig feststellen und beheben kann. Achten Sie außerdem bewusst auf eine gründliche Reinigung der Kaufflächen. Statt nur hin- und her- sollten Sie Ihre Zahnbürste auch kreisförmig bewegen – das erhöht die Chancen, alle Furchen von Rückständen zu befreien und hilft bei der Prophylaxe von Karies.

Bei sehr tiefen Fissuren empfiehlt es sich mitunter, diese beim Zahnarzt mit einem speziellen Kunststoff versiegeln und abdichten zu lassen.

Bakterielle Beläge lagern sich auch gerne am Zahnfleischrand ab. Die Abbauprodukte dieser Bakterien rufen Zahnfleischbluten und Entzündungen hervor. Daraus kann sich über die Zeit unbemerkt eine Entzündung des Zahnbetts und Zahnhalteapparats (Parodontitis) entwickeln. Um dem vorzubeugen, denken Sie beim Zähneputzen auch immer daran, den Übergang von Zahnfleisch und Zähnen gründlich mit der Bürste zu reinigen!

Eine Mundspülung kann die tägliche Zahnpflege sinnvoll unterstützen, wenn sie mit den richtigen bakteriziden und mineralisierenden Inhaltsstoffen angereichert ist. Mundwasser hingegen ist eine hochkonzentrierte Lösung, die vor allem für einen frischen Atem und guten Geschmack im Mund sorgen soll, aber wenig zur Prophylaxe von Zahnschäden beiträgt.

Medizinische Mundspülungen enthalten meist den Wirkstoff Chlorhexidin, der Bakterien abtötet. Die Anwendung sollte aufgrund der Nebenwirkungen, wie mögliche Zahnfleischverfärbungen und Geschmacksirritationen, jedoch nur vorübergehend und in Absprache mit Ihrem Zahnarzt erfolgen. Sie sind zum Beispiel sinnvoll, um eine Parodontitis zu behandeln oder um nach einer Operation den Heilungsprozess zu unterstützen.

Mundspülungen können Zahnbürste und Zahnseide nicht ersetzen!

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Fluoridhaltige Mundspülungen können die tägliche Zahnpflege unterstützen.

Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigung

Neben der sorgfältigen Zahnpflege zuhause sollten Sie im Rahmen der Prophylaxe regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, denn je früher Ihr Zahnarzt erste Anzeichen für Karies oder andere Zahnerkrankungen feststellen und behandeln kann, desto geringer ist der Aufwand, um bestehende Schäden zu beheben.

Erwachsene sollten den Zahnarzt mindestens einmal pro Jahr aufsuchen, Kinder und Jugendliche sollten zweimal im Jahr zur Prophylaxe gehen.

Ergänzend zur täglichen Mundhygiene bieten Zahnarztpraxen zur Prophylaxe von Zahnerkrankungen die professionelle Zahnreinigung an, bei der harte und weiche Beläge entfernt, die Zähne poliert und fluoridiert werden und der Zahnarzt oder die Helferin Ihnen Tipps für die tägliche Mundpflege mit auf den Weg geben.

Wichtig: Die PZR ergänzt die tägliche Zahnpflege, ersetzen kann sie diese aber nicht!

Zahngesunde Ernährung

Prophylaxe hinsichtlich der Zahngesundheit beginnt bereits bei der Ernährung. Vor allem Lebensmittel, die viele Kohlenhydrate und Zucker enthalten, greifen die Zähne und insbesondere den Zahnschmelz an. Auch klebrige und saure Fruchtsorten setzen dem Zahnschmelz zu und fördern die Entstehung von Karies.

Genießen Sie solche Fruchtsorten (wie Bananen, Rosinen oder Zitrusfrüchte), Teigwaren und Süßigkeiten deshalb nur in Maßen!

Auf Brot, Nudeln und andere Getreideprodukte sollten Sie trotz hohem Kohlenhydratanteil nicht verzichten, denn sie liefern wichtige Nährstoffe. Aber auch hier können Sie etwas zur Prophylaxe für Ihre Zähne tun: Bevorzugen Sie Vollkornprodukte! Diese aktivieren beim Kauen die Speichelbildung, die eine positive Wirkung auf den Zahnschmelz hat.

Nicht nur in festen Nahrungsmitteln lauern Säure und Zucker – auch in Getränken verstecken sie sich: So können süße und saure Limonaden den Zähnen schaden und auch ungesüßte Obst- und Vitaminsäfte enthalten Fruchtzucker und Säuren, die die Zähne angreifen. Um Ihre Zähne zu schonen, trinken Sie diese Getränke deshalb nur in Maßen. Milch und Wasser sind für die Zähne hingegen unbedenklich.

Wer gerne saure Früchte isst oder gerne Säfte trinkt, sollte sich nach dem Verzehr nicht direkt die Zähne putzen. Der Zahnschmelz ist durch die Säure vorübergehend angegriffen, sodass sich beim Bürsten mitunter kleinste Partikel aus dem Schmelz herauslösen.

Wer auf die Mundhygiene nach sauren Speisen dennoch nicht verzichten möchte, kann auf eine fluoridhaltige Mundspülung ausweichen.

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