Verhütungsring (Vaginalring): Anwendung

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Der Verhütungsring (Vaginalring) besteht aus dem silikon- und latexfreien medizinischen Kunststoff EVA (Ethylenvinylacetat). Dieser Kunststoff macht den Verhütungsring weich und flexibel, sodass Sie ihn zwischen Daumen und Zeigefinger zusammendrücken können. Der Verhütungsring hat einen äußeren Durchmesser von 54 Millimeter und ist 4 Millimeter stark.

So führen Sie den Verhütungsring ein

Die Anwendung beziehungsweise das Einsetzen des Verhütungsrings ist ganz einfach. Drücken Sie den Verhütungsring zusammen und führen Sie ihn ähnlich wie ein Tampon in die Scheide (Vagina) ein, bis er nicht mehr spürbar ist.

Der flexible Ring passt sich nach dem Einführen individuell an die Scheide an. Die Beckenmuskulatur verhindert, dass der Ring herausfallen kann. Dabei ist es nicht so wichtig, wo genau der Verhütungsring in der Scheide sitzt, denn die Wirkung des Verhütungsrings wird über die abgegebenen Hormone sichergestellt. Die Hormone werden unabhängig von der Position des Rings zuverlässig freigesetzt und über die Scheidenwand aufgenommen.

So wenden Sie den Verhütungsring an

Wenn Sie bislang keine hormonellen Verhütungsmittel verwendet haben und den Verhütungsring zum ersten Mal anwenden, sollten Sie ihn am ersten Tag der Regelblutung einführen (danach können Sie auch Tampons verwenden). Auch ein späterer Beginn von Tag 2 bis Tag 5 nach Blutungsbeginn ist möglich – der Empfängnisschutz bleibt hier gewährleistet.

Setzen Sie den Verhütungsring erst nach dem fünften Tag nach Beginn der Monatsblutung zum ersten Mal ein, sollte sie während der folgenden sieben Tage eine zusätzliche, mechanische Verhütungsmethode anwenden (z.B. Kondome).

Beim Wechsel von der Antibabypille auf den Vaginalring führen Sie den Verhütungsring an dem Tag in die Scheide ein, an dem Sie mit einer neuen Pillenpackung begonnen hätten. So bleibt der Empfängnisschutz über den gesamten Zeitraum bestehen – zusätzliche Verhütungsmaßnahmen sind dann nicht nötig.

Der Verhütungsring ist bei richtiger Lage nicht zu spüren, da im hinteren Teil der Scheide nur sehr wenig Nerven enden. Wenn der Ring nach dem Einführen noch zu spüren ist, hilft es deshalb, ihn ein wenig tiefer in die Scheide hineinzuschieben. Dabei kann nichts passieren: Ein Schieben bis in die Gebärmutter ist anatomisch nicht möglich, da die Öffnung der Gebärmutter zur Scheide (der Muttermund) nur punktgroß ist.

Während des Geschlechtsverkehrs bleibt der Ring in der Scheide. In seltenen Fällen spüren Männer den Verhütungsring während des Geschlechtsverkehrs, empfinden das aber meist nicht als störend.

Der Vaginalring kann für bis zu drei Stunden herausgenommen werden. Die empfängnisverhütende Sicherheit ist dabei weiterhin gegeben, sofern er anschließend wieder 24 Stunden ununterbrochen eingesetzt bleibt.

Der Verhütungsring fällt normalerweise nicht einfach wieder heraus. Sollte dies dennoch passieren, können Sie ihn mit kaltem Wasser abspülen und innerhalb der nächsten drei Stunden wieder einsetzen. Seifenlösungen oder Desinfektionsmittel sollten Sie nicht verwenden – sie können die empfängnisverhütende Wirkung des Vaginalrings negativ beeinflussen.

So entfernen Sie den Verhütungsring

Nach drei Wochen müssen Sie den Verhütungsring wieder entfernen und sieben Tage später einen neuen Verhütungsring einsetzen. In dieser Pause setzt die Monatsblutung ein, der Empfängnisschutz besteht weiter. Der neue Vaginalring wird auch dann in die Scheide eingeführt, wenn die Monatsblutung noch nicht beendet ist. Auch Tampons können Sie zusammen mit dem Verhütungsring benutzen.

Zum Entfernen des Vaginalrings ertasten Sie den Verhütungsring mit dem Zeigefinger und fassen ihn mit der Zeigefingerspitze. Auf diese Weise können Sie den Ring aus der Scheide herausziehen.

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