Stillperiode: Wirkungsweise

Veröffentlicht von: Till von Bracht

Jupiterimages/Goodshoot
Anzeige

Der Empfängnisschutz der Stillperiode beruht auf dem Phänomen, dass regelmäßiges Stillen den Eisprung unterdrücken kann. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich das Hormon Prolaktin, das für das Wachstum der Brustdrüse während der Schwangerschaft verantwortlich ist. Außerdem steuert es nach der Geburt des Kindes die Milchproduktion in den Brustdrüsen der Mutter.

Der Prolaktinspiegel kann jedoch schnell sinken, etwa wenn Sie Ihr Kind mit Säuglingsnahrung zufüttern und dadurch eine zeitlang nicht stillen. Die Stillperiode allein gilt daher nicht als sichere Verhütungsmethode vor einer erneuten Schwangerschaft.

Kurz nach der Geburt des Kindes sind die Brustwarzen sehr berührungsempfindlich. Jedes Mal, wenn Sie Ihr Kind stillen, werden durch das Saugen Nervenimpulse an das Gehirn gesendet – und in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) verarbeitet. Dort sorgen die ständig ankommenden Signale dafür, dass ein Teil des Zwischenhirns, der Hypothalamus, sensibler auf bestimmte Hormone reagiert. Die Folge: Im Gehirn wird die Ausschüttung der Hormone FSH (follikelstimulierende Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) gehemmt, was wiederum den Eisprung verhindert. Das follikelstimulierende Hormon ist für die Reifung der Eibläschen verantwortlich, welche die Eizellen enthalten. LH fördert die Bildung des sogenannten Gelbkörpers, der aus den verbleibenden Resten der Eihülle des gesprungenen Eis entsteht.

Die Stillperiode bietet demnach nur dann einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft, wenn das Kind regelmäßig gestillt wird. Vor allem in der frühen Phase nach der Geburt wäre es wichtig, dass Sie Ihr Kind tagsüber mindestens alle vier und nachts alle sechs Stunden stillen, wenn Sie keine weiteren Verhütungsmittel einsetzen möchten. Sobald Sie nicht mehr regelmäßig stillen, kehrt mit großer Wahrscheinlichkeit Ihr Eisprung und somit Ihre Fruchtbarkeit zurück.

Anzeige