Die Pille: Kombinationspräparate

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Jupiterimages/Stockbyte
Anzeige

Hauptwirkungsweise

Kombinationspräparate ("klassische Pille") enthalten eine Kombination aus zwei verschiedenen Hormonen: einem künstlichen Östrogen (meist Ethinylestrogen) und einem künstlichen Gestagen. Kombinationspräparate verhindern, dass das Gehirn, genauer der Hypothalamus, ein spezielles Hormon bildet. Dieses sogenannte Gonadotropin bewirkt normalerweise den Eisprung.

Wird es nicht produziert, reift keine Eizelle heran und der monatliche Eisprung bleibt aus. Die zur Befruchtung notwendige Eizelle fehlt – eine Schwangerschaft kann nicht eintreten.

Die Wirkung beruht dabei in erster Linie auf dem Gestagenanteil der Pille. Er ist bei Kombinationspräparaten so hoch, dass er den Eisprung verhindern kann.

Das Gestagen wirkt zudem empfängnisverhütend, indem es:

Das Östrogen beeinträchtigt vor allem das Heranreifen einer Eizelle und dadurch den Eisprung. Unabhängig von der verhütenden Wirkung bringt das Östrogen der Kombinationspille einen Vorteil mit sich: Es trägt unverzichtbar zu einem stabilen Zyklus bei, das heißt, es sorgt für regelmäßige Monatsblutungen und verhindert Zwischenblutungen.

Zu den Kombinationspräparaten gehören:

Einphasenpille (Kombinationspille)

© Jupiterimages/Brand X Pictures
Die Einphasenpille gilt als sehr sicher!

Die Einphasenpille enthält eine feste Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen, die über den gesamten Zeitraum der Einnahme konstant ist. Die am ersten Tag einzunehmende Pille besitzt also die gleiche Zusammensetzung wie die am letzten Tag verwendete. Die Hormonzusammensetzung entspricht dabei nicht den normalen hormonellen Abläufen des weiblichen Körpers.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Einphasenpille beträgt 0,2 bis 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Wer sie korrekt anwendet, die Einphasenpille also täglich zur gleichen Zeit einnimmt, kann den Pearl-Index sogar auf nahezu 0 senken.

Der Pearl-Index entspricht der Zahl ungewollter Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre, in denen ein Verhütungsmittel zum Einsatz kommt. Pro Jahr durchläuft eine Frau 13 Zyklen, auf 100 Frauenjahre umgerechnet ergibt das 1.300 Zyklen. Diese Zahl dient bei der Berechnung des Pearl-Index als Grundlage. Ein Pearl-Index von 1 bedeutet, dass pro 100 Frauen, die ein Jahr lang ein Verhütungsmittel korrekt anwenden (ergibt 1.300 Zyklen), 1 ungewollte Schwangerschaft auftritt.

Mikropille

Auch bei der Mikropille enthalten alle Pillen eines Blisters die gleiche Hormonzusammensetzung. Allerdings kommen sie mit deutlich weniger ("mikro") Östrogen aus als niedrig-, mittel- oder hochdosierte Pillen.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Mikropille beträgt 0,2 bis 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der täglichen Einnahme zur gleichen Zeit, lässt sich der Pearl-Index auf nahezu 0 senken.

Zweiphasenpille

Die Zweiphasenpille ist ein sogenanntes Sequenzpräparat: Die Pillen der ersten Woche enthalten nur Östrogen und die der folgenden zwei Wochen Östrogen und Gestagen. Diese Art der Hormongabe ahmt die natürlichen Schwankungen des weiblichen Hormonspiegels nach.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Sequenzpräparate beträgt 0,2 bis 0,7. Die Methode gilt damit als sehr sicher. Wendet man die Zweiphasenpille korrekt an, nimmt sie also täglich zur gleichen Zeit ein, lässt sich der Pearl-Index auf nahezu 0 senken.

Zwei- und Dreistufenpräparate

Die Zwei- und insbesondere die Dreistufenpräparate gehen noch stärker auf die natürlichen Konzentrationsschwankungen der weiblichen Hormone ein als die Zweiphasenpille.

Bei diesen Pillen wird wie folgt dosiert:

PräparatDosierung
Zweistufenpräparate 1. Stufe: 11 Tage Östrogen plus Gestagen in niedriger Dosis
2. Stufe: 10 Tage Östrogen plus Gestagen in etwa doppelter Menge
Dreistufenpräparate 1. Stufe: 6 Tage Östrogen und Gestagen
2. Stufe: 5 bis 6 Tage Östrogen und Gestagen in leicht erhöhter Menge
3. Stufe: 10 Tage Östrogendosis reduziert und Gestagendosis erhöht

Sicherheit: Der Pearl-Index der Zwei- und Dreistufenpräparate beträgt 0,2 bis 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der täglichen Einnahme zur gleichen Zeit, kann der Pearl-Index sogar auf nahezu 0 gesenkt werden.

Anzeige