Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode): Historisches

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

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Die Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode) ist nach ihren Entdeckern benannt: dem japanischen Arzt Kyusaku Ogino und dem österreichischen Arzt Hermann Knaus. Die beiden Gynäkologen entdeckten die Methode fast zeitgleich und unabhängig voneinander.

Kyusaku Ogino (1882-1975) entwickelte die Kalendermethode mit dem Ziel, bei Paaren mit Kinderwunsch die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis zu erhöhen. Er veröffentlichte seine Methode 1923. Ogino war sich der Unsicherheiten der Methode in puncto Verhütung bewusst und sprach sich gegen eine Verwendung im Rahmen einer Empfängnisverhütung aus.

Hermann Knaus (1892-1970), der zum Thema Menstruationszyklus forschte, entwickelte eine quasi identische Methode zu Zwecken der Verhütung. Er präsentierte die Kalendermethode, die er damals "Zeitwahlmethode" nannte, erstmals 1928 in Leipzig auf einem Gynäkologenkongress.

1951 erklärte Papst Pius XII., die Knaus-Ogino-Methode sei die einzige Form der Empfängnisverhütung, die die katholische Kirche tolerieren könne. Da die Knaus-Ogino-Methode als sehr unsichere Verhütungsmethode gilt, bekam sie auch Beinamen wie "Römisches Roulette" oder "Katholiken-Roulette".

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