Piercing

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Für den einen drückt es Freiheit und ein kleines Stück "Anderssein" aus, für den anderen ist es einfach ein modisches Accessoire: das Piercing. Noch vor nicht allzu langer Zeit zog ein Ring in der Nase oder Lippe alle Augen auf sich – heutzutage reicht ein Piercing im Gesicht kaum noch aus, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Piercing (fälschlicherweise oft "Pircing" geschrieben) leitet sich vom englischen Verb to pierce ab, was "durchstechen", "durchbohren" oder "durchdringen" bedeutet. Piercing steht für eine Form der Körperveränderung (englisch: body modification), bei der an einer bestimmten Stelle des Körpers (z.B. Lippe, Zunge, Nase, Bauchnabel) ein Loch durch das Gewebe gestochen wird. Dies geschieht meist mit einer Hohlnadel, wie sie auch Ärzte verwenden, um einen Tropf anzuhängen. Das Loch entspricht zu Beginn einer offenen Wunde, die in direktem Kontakt mit dem Piercingschmuck steht. Dies erklärt die Infektionsgefahr. Das Loch oder anders gesagt, der Kanal im Gewebe, dient dazu, Piercingschmuck zu tragen.

Ein weiterer Begriff für Piercing ist perkutaner Körperschmuck, wobei perkutan so viel wie "durch die Haut" bedeutet. Das Schmuckstück selbst heißt ebenfalls Piercing. Derjenige, der Piercings sticht, heißt Piercer. Daraus ergeben sich Formulierungen wie "Ich trage ein Piercing am Ohr." oder "Der Piercer hat mich am Ohr gepierct."

Oftmals verlangt es viel Mut, sich piercen zu lassen. Und vorher gilt es einiges zu überdenken: An welcher Stelle des Körpers soll das Piercing sein? Welche Form und Größe soll es haben? Bei wem lasse ich es mir stechen und wie lange braucht es, um zu heilen? Und nicht zuletzt kommt die Frage auf, ob ein "Loch" zurückbleibt, wenn das Piercing mal nicht mehr getragen wird. Um diese Fragen zu beantworten, bedarf es einer vernünftigen Vorbereitung. Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis können hilfreich sein, besonders wichtig ist aber ein Beratungsgespräch im professionellen Piercingstudio.

Grundsätzlich gilt: Piercings müssen handwerklich gut gemacht sein, Hygiene und professionelles Arbeiten sind ein Muss. Denn beim Piercen sticht der Piercer absichtlich eine Wunde, um das Schmuckstück einsetzen zu können. Dabei entsteht eine Eintrittspforte für Schmutz und Keime, die so lange bestehen bleibt, bis das Piercing endgültig verheilt ist. Komplikationen wie eine Blutung, Infektion und schlechte Heilung sind immer möglich, lassen sich durch sorgfältiges Arbeiten aber verringern. In jedem Fall verändern Piercings den Körper dauerhaft. Je nachdem, welcher Körperteil frisch gepierct ist, ergeben sich sogar für das alltägliche Leben gewisse Einschränkungen, etwa beim Duschen oder Baden. Während Ort, Form, Größe und Anzahl der Piercings vor allem durch den persönlichen Geschmack bestimmt werden, sollte die Wahl des Piercingstudios objektiver erfolgen.

Was ein Piercing so reizvoll macht, liegt im Auge des Betrachters. Das Geheimnisvolle spielt in manchen Fällen durchaus eine Rolle: Nur der Gepiercte weiß, dass er an verborgener, eventuell intimer Stelle "geschmückt" ist (Intimpiercing). Egal, ob Piercings für ihren Träger eine modische, provozierende, erregende oder verspielte Rolle erfüllen – der verantwortungsvolle Umgang mit dem Schmuck sollte an erster Stelle stehen. Dies gilt für alle Beteiligten, den Piercing-Träger und den Piercer.

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