Tremor (Zittern): Von harmlos bis krankhaft

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Wenn der Arzt von einem Tremor spricht, meint er nichts anderes als Zittern. Ob und wie ein Zittern behandelt werden muss, hängt vor allem von der Ursache ab.

Wenn Füße, Hände oder andere Körperteile zittern, ist das häufig harmlos. Zittern ist zunächst einmal eine ganz normale körperliche Reaktion auf verschiedene Einflüsse, zum Beispiel auf Kälte, Angst oder Schmerz. Ein Tremor kann aber auch durch Medikamente oder Erkrankungen hervorgerufen werden, etwa durch Parkinson.

Was ist ein Tremor?

Unter Tremor (Zittern) versteht man ganz allgemein eine unwillkürliche, rhythmisch schwingende Bewegung eines oder mehrerer Körperteile. Zittern entsteht, wenn sich entgegengesetzt wirkende Muskelgruppen immer wieder zusammenziehen.

Genau genommen zittern wir ständig – ohne es zu bemerken: Der sogenannte physiologische Tremor tritt bei jeder Muskelbewegung eines Menschen auf. In der Regel nehmen wir den physiologischen Tremor gar nicht wahr. Man kann ihn jedoch zum Beispiel sehen, wenn man einen Finger ausstreckt und diesen beobachtet.

Erst, wenn Zittern ungewöhnlich stark ist, wird der Mensch darauf aufmerksam. Ein Tremor kann sich auf ganz unterschiedliche Weise äußern. Er kann etwa

Es gibt ganz verschiedene Tremor-Formen, z.B.:

  • Haltetremor: Tremor beim Hochhalten des betroffenen Körperteils
  • Bewegungstremor: Tremor bei jeder Bewegung des betroffenen Körperteils
  • Ruhetremor: Tremor beim Ruhighalten des betroffenen Körperteils, z.B. der Hände; geht bei Bewegung zurück
  • Intentionstremor: Tremor bei der Annäherung eines Körperteils an ein Ziel

Tremor (Zittern): Was sind die Ursachen?

Tremor (Zittern) kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Er kann

Ein leichtes, kaum wahrnehmbares Zittern tritt bei jeder Muskelbewegung eines Menschen auf und ist eine gesunde Körperreaktion. Dieser physiologische Tremor ist harmlos.

Verstärkter physiologischer Tremor: Vielfältige Ursachen

Der normale, physiologische Tremor, der bei jedem Menschen auftritt, kann durch verschiedene Ursachen verstärkt werden, sodass wir das Zittern wahrnehmen. Ärzte sprechen dann von einem verstärkten physiologischen Tremor.

Dieser tritt etwa auf bei

Auch bei bestimmten Erkrankungen oder Mangelerscheinungen kann der physiologische Tremor verstärkt sein. Mögliche Ursachen des Zitterns sind etwa

Verstärktes physiologisches Zittern kann darüber hinaus als Nebenwirkung verschiedenster Medikamente oder Substanzen in Erscheinung treten. Hierzu zählen zum Beispiel:

Essenzieller Tremor: Ursachen unbekannt

Wenn ein Mensch stark zittert, ohne dass der Arzt körperliche Ursachen dafür feststellen kann, sprechen Ärzte von einem essenziellen Tremor. Der essenzielle Tremor kommt in manchen Familien gehäuft vor.

Typisch für den essenziellen Tremor sind die unkontrollierten Bewegungen verschiedener Körperteile. Zum Beispiel zittern die Hände, wenn die Person aus einer Tasse trinken will.

Der essenzielle Tremor zählt zu den häufigsten Formen des Zitterns. Die Ursachen sind unbekannt.

Zittern bei Parkinson

Zittern ist ein häufiges Symptom bei Morbus Parkinson. Es tritt insbesondere auf, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Auslöser der charakteristischen Beschwerden ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn.

Weitere Ursachen

Tremor kann noch viele weitere Ursachen haben, so etwa

Tremor (Zittern): Diagnose

Bei störendem und/oder ungewöhnlich starkem Tremor (Zittern) ist es wichtig, dass der Arzt der Ursache auf den Grund geht. Im Gespräch wird er etwa wissen wollen,  

Oft helfen dem Arzt die Antworten schon, um die mögliche Ursache einzugrenzen. Hilfreich ist es zudem, wenn Sie ihm die Situationen, in denen das Zittern auftritt, genau beschreiben oder demonstrieren können.

Zur Standarddiagnostik bei Zittern gehören eine Blutuntersuchung, eine Elektromyographie (EMG), also eine Messung der Muskelfunktion, und eine neurologische Untersuchung. Dabei prüft der Arzt unter anderem Nervenfunktionen, Sinnesorgane, Reflexe und Koordinationsfähigkeit.

Je nach vermuteter Ursache können für die Diagnose weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Dazu zählen zum Beispiel

Tremor (Zittern): Behandlung

Ob und wie ein Tremor (Zittern) behandelt wird, richtet sich vor allem nach der Ursache:  

In bestimmten Fällen von essenziellem Tremor kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage. Auch manche Personen, deren Tremor durch starke motorische Beanspruchung entstanden ist (z.B. Profimusiker), profitieren von dieser Therapie. Botulinumtoxin ist ein von Bakterien gebildetes Nervengift. Der Arzt spritzt die Substanz in die entsprechenden Körperteile. Das Nervengift lähmt die Muskeln, sodass das Zittern vorübergehend verschwindet.

Tremor (Zittern): Weitere Informationen


Quellen:

Tremor. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 21.9.2017)

Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): Tremor. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/011 (Stand: 30.09.2012)

Aktualisiert am: 17. November 2017

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