Verstopfte Nase

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Vor allem im Winter ist es unvermeidbar: Überall kommt man mit Erkältungsviren in Kontakt. Schnupfen und eine verstopfte Nase sind dann oft nicht mehr weit. Nasenspülungen oder salzhaltige Nasensprays können helfen, um die Nase wieder freizubekommen. Muss es besonders schnell gehen, kann man kurzfristig auch auf Nasentropfen mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin zurückgreifen.

Aber Vorsicht: In manchen Fällen ist der Versuch, die Nase mithilfe von Nasenspray wieder freizubekommen, erst der Grund für die dauerhaft verstopfte Nase. Denn eine längerfristige Verwendung von abschwellenden Nasensprays kann unter Umständen dazu führen, dass die Nasenschleimhaut und die Flimmerhärchen beschädigt werden.

In den meisten Fällen ist eine verstopfe Nase harmlos. Lediglich das Schlafen, Essen und Sprechen kann vorrübergehend etwas problematischer sein, da die Betroffenen schlechter Luft bekommen. Sobald die Erkältung nach ein paar Tagen abgeklungen ist, schwellen auch die Schleimhäute ab und man kann wieder frei durchatmen. 

Verstopfte Nase bei Säuglingen und Babys: Was tun?

Säuglingen und Babys macht eine verstopfte Nase besonders zu schaffen, weil die Atmung zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend durch die Nase geschieht. Die Folge: Die Kleinen können nachts nicht gut schlafen und haben Probleme beim Trinken.

Auch bei Säuglingen und Babys können Nasentropfen mit einer Salzlösung helfen, um die Nase wieder freizubekommen. Diese sind frei verkäuflich und haben keine Nebenwirkungen. Außerdem sollte man vor allem

Gefäßverengende Nasentropfen mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin sind in schwächeren Dosierungen auch Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren zugelassen – und bei kurzfristiger Anwending nicht gefährlich. Dennoch gilt: Verwenden Sie abschwellende Nasentropfen nur sparsam und nicht länger als eine Woche! 

Über die beiden Nasenlöcher gelangt die eingeatmete Luft in die Nasenhöhle (Cavum nasi), die durch die Nasenscheidewand (Septum nasi) in die linke und rechte Nasenhöhle gegliedert ist. Die Nasenhöhlen sind ihrerseits in drei knorpelige Nasenmuscheln untergliedert.

Zwischen den Nasenmuscheln liegen die drei Nasengänge, durch welche die Nase mit den Nasenebenhöhlen und dem Rachen verbunden ist. Das Innere der Nase ist mit Schleimhaut ausgekleidet.

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Die Nase dient nicht nur dem Riechen, sie ist auch Teil der Atemwege. Eine verstopfte Nase erschwert also nicht nur das Riechen, sondern behindert auch die Atmung.

Die Ursachen für eine verstopfte Nase

Eine verstopfte Nase kommt häufig im Rahmen einer Erkältung vor. Eine Erkältung entsteht typischerweise durch bestimmte Viren (v.a. Rhino-, Adeno- und Coronaviren), die über die Luft in die Nasenschleimhaut gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Die Entzündung führt dazu, dass die Nasenschleimhäute anschwellen und die Nase im wahrsten Sinne des Wortes verstopft.

Nicht nur Erkältungsviren können hinter dem Schnupfen und der verstopften Nase stecken, auch Allergien kommen als Ursache infrage – zum Beispiel eine Tierhaarallergie oder Heuschnupfen. Experten sprechen dann von einem sogenannten allergischen Schnupfen.

Doch die Nase kann auch ohne Schnupfen verstopfen. Mögliche Ursachen sind dann zum Beispiel:

Verstopfte Nase in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist eine verstopfte Nase keine Seltenheit. Viele Schwangere leiden vor allem in den letzten sechs Schwangerschaftswochen unter einer sogenannten Schwangerschaftsrhinitis.

Die Ursache ist wahrscheinlich der erhöhte Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Durch die Hormonumstellung schwellen die Schleimhäute in der Nase der werdenden Mütter an und führen so zu einer Nasenverstopfung. Die gute Nachricht: Meistens bildet sich der Schnupfen innerhalb von zwei Wochen nach der Geburt vollständig zurück.

Verstopfte Nase: Diagnose durch den Arzt

Bei einer verstopften Nase muss man nicht in jedem Fall zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) gehen. Ein leichter Schnupfen beispielsweise geht gewöhnlich von selbst wieder zurück.

Bestehen die Beschwerden jedoch länger oder sind sie stark ausgeprägt, ist bei verstopfter Nase die gezielte Diagnose durch einen Arzt sinnvoll. Wenn man wegen einer behinderten Nasenatmung einen HNO-Arzt aufsucht, stellt dieser zunächst ein paar Fragen (Anamnese):

Nach dem Gespräch untersucht der Arzt die Nase und die Nasennebenhöhlen. Manchmal sind auch weitere Untersuchungen erforderlich, zum Beispiel:

Um die Nasenschleimhaut beurteilen zu können oder um eventuelle Fremdkörper in der Nase oder anatomische Veränderungen zu erkennen, ist eine Nasenspiegelung sinnvoll. Dies ist eine schmerzlose Untersuchung, bei welcher der HNO-Arzt mithilfe eines Endoskops in die Nasenhöhle hineinschaut. Das Endoskop lässt sich über die Nasenlöcher oder den Mund einführen.

Falls erforderlich, kann der Arzt bei der Untersuchung auch Nasensekret oder Nasenschleimhaut aus der verstopften Nase entnehmen. Um die Diagnose zu sichern, lässt der Arzt das entnommene Material unter dem Mikroskop auf mögliche Krankheitserreger oder Gewebeveränderungen untersuchen.

Behandlung und Hausmittel: So bekommen Sie die verstopfte Nase wieder frei

Um eine verstopfte Nase wieder freizubekommen, kommen häufig Nasensprays zum Einsatz. Dabei sind Nasensprays nicht immer unbedingt nötig. 

Eine Erkältung samt Schnupfen und verstopfter Nase heilt im Allgemeinen nach einigen Tagen von alleine aus. Man kann den Heilungsprozess unterstützen, indem man sich körperlich schont. Zusätzlich können verschiedene Hausmittel die Beschwerden lindern.

Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen eine verstopfte Nase zählen:

Nach rund einer Woche ist die Erkältung meist überwunden. Bei bakteriellen Infekten sind gegebenenfalls Antibiotika notwendig.

Menschen mit empfindlicher, dauerhaft zugeschwollener Nasenschleimhaut hilft es, sich nicht zu lange in sehr trockenen und rauchigen Räumen aufzuhalten. Wer häufig unter einer trockenen Nasenschleimhaut und infolgedessen unter einer verstopften Nase leidet, kann auf Meerwasser-Nasenspray oder spezielle Nasensalben zurückgreifen. Diese Präparate befeuchten die Nasenschleimhaut nachhaltig und haben in der Regel keine Nebenwirkungen.

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Nasentropfen können schon bei Babys zum Einsatz kommen, um eine verstopfte Nase wieder freizubekommen. Dabei sollte man die Nasentropfen sehr sparsam und nicht länger als 7 Tage verwenden.

Wie wirken Nasentropfen?

Nasentropfen und Nasensprays aus der Apotheke enthalten meist entweder den Wirkstoff Oxymetazolin oder Xylometazolin. Diese bewirken, dass die Nasenschleimhaut rasch abschwillt. Dadurch können Kinder oder Erwachsene relativ schnell für einige Stunden wieder frei durchatmen. Bei der Anwendung muss man vor allem bei Babys und Kindern auf die richtige Dosierung achten, da sonst im Rahmen einer Überdosierung langfristige Schäden an das Nasenschleimhaut auftreten können. 

Darüber hinaus sollte man abschwellende Nasentropfen nicht länger als eine Woche benutzen, da sich die Schleimhaut in der Nase an den Wirkstoff "gewöhnt" und dauerhaft zuschwillt. Dann hilft nur der konsequente Verzicht auf diese Medikamente.

Wenn eine Allergie für die verstopfte Nase verantwortlich ist, sollte Betroffene versuchen, das auslösende Allergen (z.B. Pollen, Tierhaare) so gut wie möglich zu meiden. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure können vorbeugend eingenommen werden. Darüber hinaus kann eine sogenannte Hyposensibilisierung zur Therapie der Allergie sinnvoll sein.

Fremdkörper, welche die Nase verstopfen, lassen sich manchmal durch heftiges Schnäuzen entfernen. Ist dies nicht möglich, kann der HNO-Arzt sie mit Instrumenten, gegebenenfalls im Rahmen einer Endoskopie, entfernen. Nasenpolypen und eine Nasenscheidewand-Verkrümmung lassen sich zur Therapie operativ entfernen beziehungsweise korrigieren.

Ist eine Nasenscheidewand-Verkrümmung der Grund für die verstopfte Nase, muss der Arzt meist operieren, damit Betroffene wieder frei durchatmen können.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

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Dorn, M., Hofmann, W., Knick, E.: Verträglichkeit und Wirksamkeit von Oxymetazolin und Xylometazolin bei der Behandlung der akuten Rhinitis. HNO, Vol. 51, Iss. 10, pp. 794-799 (2003)

Aktualisiert am: 17. Oktober 2017

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