Übelkeit (Nausea)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Was tun bei Übelkeit (Nausea) und Erbrechen? Üppiges Essen, übermäßiger Alkoholkonsum, Schwangerschaft oder Magen-Darm-Erkrankungen sind nur einige der Ursachen, die zu Übelkeit führen können. Lesen Sie, welche Mittel wirklich helfen.

Häufig ist die Übelkeit ein Vorbote von Erbrechen. Sie kann aber auch auftreten, ohne dass der Betroffene sich übergeben muss. Verantwortlich dafür, ob der Magen entleert wird oder nicht, ist das sogenannte Brechzentrum im Gehirn. Es wird unter anderem durch Reize aus dem Verdauungstrakt aktiviert. Dies ist ein Schutzreflex des Körpers: Er versucht, sich selbst zu helfen, indem er Schädliches loswird.

Oft tritt die Übelkeit gleichzeitig mit anderen Beschwerden auf wie

Je nach Ursache der Übelkeit kann es auch zu Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Krämpfen kommen.

Übelkeit – von Medizinern auch als Nausea bezeichnet – klingt meist von alleine wieder ab. Sollte sie aber länger als drei Tage anhalten, der Allgemeinzustand schlecht sein, sie von häufigem Erbrechen begleitet sein oder sogar Blut erbrochen werden, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser klärt die genauen Ursachen der Übelkeit ab.

Häufig ist Übelkeit ein Begleitsymptom von Magen-Darm-Erkrankungen. Sie tritt aber auch beispielsweise bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Migräne oder bei einigen Infektionskrankheiten auf.
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Übelkeit ist oft ein Vorbote von Erbrechen.

Übelkeit: Vielfältige Ursachen

Sehr unterschiedliche Ursachen können Übelkeit (Nausea) auslösen. Zum einen kann Übelkeit eine Selbstschutzmaßnahme des Körpers sein, wenn Gifte (z.B. durch verdorbene Lebensmittel) oder Krankheitserreger in den Magen-Darm-Trakt eindringen. Durch Übelkeit versucht der Körper zu verhindern, dass weitere Schadstoffe aufgenommen werden. Dieser Selbstschutz ist auch Ursache der Übelkeit nach übermäßigem Alkoholkonsum oder zu üppigem Essen.

Auch einige andere Reize können das Brechzentrum im Gehirn aktivieren. Zum Beispiel wirken bei kurvenreichen Autofahren oder Wellengang auf Schiffen verschiedene Reize auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Dieses registriert  Bewegungsveränderungen, die das Auge nur teilweise wahrnimmt. Dies äußert sich in Übelkeit. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der sogenannten Reisekrankheit.

Darüber hinaus kann Übelkeit bei Stoffwechselstörungen (z.B. Überfunktion der Nebenschilddrüse), als Nebenwirkung von Arzneimitteln oder bei Vergiftungen auftreten.

Sehr häufig tritt Übelkeit auch als Begleitsymptom einer Krankheit auf. Zu diesen gehören zum Beispiel:

Auch Medikamente können Übelkeit auslösen und als Nebenwirkung das Brechzentrum aktivieren. In vielen Fällen tritt eine Übelkeit als Folge einer Vollnarkose auf. Auch nach einer Strahlen- und Chemotherapie kommt es häufig zu Übelkeit.

Sonderfall: Übelkeit in der Schwangerschaft

Gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel verspüren viele Frauen Übelkeit und müssen sich manchmal erbrechen. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, aber bestimmte Hormone spielen hier vermutlich eine entscheidende Rolle. Die Übelkeit bei Schwangeren ist morgens oft besonders stark (morgendliche Schwangerschaftsübelkeit).

80 bis 85 Prozent aller Schwangeren sind von Übelkeit im ersten Drittel der Schwangerschaft betroffen und ungefähr 52 Prozent von Übelkeit und Erbrechen. Gerade bei Nüchternheit – also bei niedrigen Blutzucker – in stressigen und anstrengenden Situationen oder auch durch bestimmte Reize (z.B. Zähneputzen) und Gerüche kann sich die Übelkeit in der Schwangerschaft verschlimmern.

Vor allem bei häufigem Erbrechen ist es wichtig, trotz Unwohlsein ausreichend zu essen und zu trinken. Das beugt einer Störung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes vor, sowie einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel und einem Nährstoffmangel. Selten leiden Schwangere über die gesamte Schwangerschaft an Übelkeit und Erbrechen – noch seltener in einem Ausmaß, dass behandelt werden muss.

Übelkeit behandeln: Hausmittel und Medikamente

Die Behandlung von Übelkeit richtet sich in erster Linie nach der Ursache. Häufig helfen schon einfache Hausmittel aus der Natur gegen Übelkeit. Besonders wirksam ist ein schonender Magen-Darm-Tee aus Kamille oder Pfefferminze. Außerdem zeigen Ingwer-Tropfen häufig eine positive Wirkung.

Liegt der Übelkeit zum Beispiel Nervosität zugrunde, können Entspannungsübungen, Ausdauersport oder Ruhe helfen. Wenn gleichzeitig das Brechzentrum des Gehirns gereizt ist, verschwindet die Übelkeit häufig nach dem Erbrechen. So scheidet der Körper Substanzen aus, welche möglicherweise schädlich sind und die Übelkeit ausgelöst haben.

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Häufig lindert schon ein Magen-Darm-Tee mit Pfefferminze die Übelkeit.

Darüber hinaus können auch bestimmte Medikamente, sogenannte Antiemetika, gegen Übelkeit helfen. Zu diesen gehören beispielsweise die H1-Antihistaminika (z.B. Promethazin, Meclozin, Dimenhydrinat), welche wirksam Brechreiz, unterdrücken – vor allem bei Reisekrankheit. Um den Magen zu leeren, können Prokinetika (z.B. Metoclopramid) wirksam sein. Ist lediglich der Magen übersäuert, können Antazida die Beschwerden lindern.

Ist die Übelkeit Begleitsymptom einer anderen Krankheit wie einer Magen-Darm-Erkrankung oder Infektionskrankheit, ist eine gezielte Therapie dieser Grunderkrankung erforderlich.

Diagnose: Die Ursachen finden

Verschwindet die Übelkeit nicht von selbst wieder und hält über mehrere Tage an, wird es Zeit, einen Arzt aufzusuchen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Erste Anhaltspunkte geben ihm gezielte Fragen:

Auf die Befragung folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet den Bauch ab, um mögliche Druckschmerzen oder eine gespannte Bauchdecke festzustellen. Außerdem hört er die Darm- und Atemgeräusche ab. Manchmal nimmt der Arzt auch eine Untersuchung des Enddarms (rektale Untersuchung) vor. Um die genau Ursache der Übelkeit festzustellen, kann er außerdem eine Blut- und Urinuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG) und eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums anordnen.

Zur weiteren Diagnostik können außerdem – je nach Verdacht – weitere Untersuchungstechniken gehören:

Weitere Informationen


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Ratgeber Magen-Darm-Grippe
Antiemetika: Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 17.10.2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015

Deutscher Hebammenverband e.V.: Schwangerenvorsorge durch Hebammen. Hippokrates, Stuttgart 2014

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Aktualisiert am: 17. Oktober 2017

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