Priapismus

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Unter Priapismus versteht man eine schmerzhafte Dauererektion des Penis – ohne, dass der Betroffene sexuelle Erregung verspürt. Die Versteifung hält über mehrere Stunden an und bildet sich je nach Ursache nicht immer spontan zurück. Dabei sind lediglich die Schwellkörper des Penis (Corpora cavernosa) erigiert, die Eichel bleibt hingegen weich.

Der Begriff Priapismus leitet sich vom griechischen Fruchtbarkeitsgott Priapos, dem Sohn von Aphrodite und Dionysos, ab. Die krankhafte Gliedversteifung gilt als medizinischer Notfall und erfordert sofortiges Handeln – erfolgt keine ärztliche Behandlung, besteht je nach Form des Priapismus die Gefahr, dass das Schwellkörpergewebe durch die dauerhafte Erektion Schaden nimmt.

So können sich bei einer länger anhaltenden Versteifung die Bindegewebszellen im Penis krankhaft vermehren (Fibrose). In der Folge kommt es zur völligen Zerstörung des Schwellkörpergewebes. Ist dies der Fall, kann der Betroffene keine Erektion mehr bekommen und man spricht von einer erektilen Dysfunktion.

Es lassen sich zwei Formen von Priapismus unterscheiden: der sogenannte Low-Flow-Priapismus, der in circa 90 Prozent der Fälle vorliegt, und der sogenannte High-Flow-Priapismus, der die restlichen 10 Prozent ausmacht.

Der Low-Flow-Priapismus zeichnet sich dadurch aus, dass der Penis stark verhärtet ist und die Eichel sich bläulich-fahl verfärbt. Bei dieser Form des Priapismus ist der Blutabfluss aus den Schwellkörpern komplett blockiert, sodass das Blut nicht auf natürlichem Wege abfließen kann und das Gewebe dauerhaft mit Blut gefüllt ist. Durch die anhaltende Belastung der Schwellkörper entstehen unangenehme Schmerzen. Außerdem nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut ab, was auf Dauer zu Veränderungen des Schwellkörpergewebes führt und unbehandelt einen Potenzverlust zur Folge hat.

Einem High-Flow-Priapismus liegen in den meisten Fällen Verletzungen im Damm- oder Genitalbereich zugrunde. Dadurch kommt es zu einem unkontrollierten starken Einstrom von Blut über die Arterien in die Schwellkörper des Penis. Dabei ist der Penis hingegen der Low-Flow-Form eher elastisch und pulsiert. Die Erektion ist weniger bis gar nicht schmerzhaft.

Da der Abfluss von Blut nicht behindert und somit der Blutstrom beim High-Flow-Priapismus nicht unterbrochen ist, bleibt der Sauerstoffgehalt im Blut normal. Dadurch ist das Risiko eines Potenzverlusts geringer als beim Low-Flow-Priapismus. In vielen Fällen lässt die Gliedsteife beim High-Flow-Priapismus nach einiger Zeit von selbst wieder nach.

Neben diesen beiden Formen von Priapismus kann es auch zu Mischformen kommen. Diese entstehen vor allem dann, wenn die Dauersteife als Folge einer Therapie mit Medikamenten zur Behandlung von Impotenz auftritt.

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