Hühnerauge

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Mit einem Hühnerauge (Clavus) hatte wahrscheinlich jeder schon einmal zu kämpfen. Ob auf der Zehenoberfläche, zwischen den Zehen oder  an der Fußsohle – Hühneraugen treten in aller Regel an den Füßen auf.  Das liegt daran, dass sie meist durch Druck und/oder Reibung entstehen, zum Beispiel bei Fußfehlstellungen oder bei zu engen Schuhen. 

Viele Betroffene versuchen mit Hausmitteln wie einer Zwiebel und Teebaumöl oder mit einem scharfen Gegenstand (z.B. mit einer Schere oder einer Pinzette) das Hühnerauge selbst zu entfernen. Eine solche Eigenbehandlung kann allerdings nur bei kleinen, flachen Hühneraugen helfen – größere und tiefere Hühneraugen gehen so nicht vollständig weg.

Zudem kann man ein Hühnerauge leicht mit einer Dornwarze verwechseln. Im Gegensatz zu Hühneraugen entstehen Warzen jedoch durch eine Virusinfektion, genauer gesagt durch das humane Papillomvirus (HPV). Wer gewaltsam eine Warze herausschneidet, verbreitet das ansteckende Virus auf seiner Haut, sodass sich weitere Warzen bilden können.

Um herauszufinden, ob sich unter der Fußsohle ein Hühnerauge oder eine Warze gebildet hat, sollte man die betroffene Stelle etwas näher betrachten. Erkennt man unter der Hornhautschwiele schwarze oder rote Punkte, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Warze. Ein harter Kern im Zentrum der kreisrunden Verhornung deutet eher auf ein Hühnerauge hin.

Äußerst beliebt gegen Hühneraugen sind auch sogenannte Hühneraugenpflaster aus der Apotheke oder der Drogerie. Hühneraugenpflaster sind spezielle Pflaster, die zum einen den Druck auf die betroffene Stelle reduzieren und zum anderen hornhautlösende Substanzen wie Salicylsäure oder Milchsäure enthalten. Die Säure in der Mitte des Pflasters soll die Hornhaut aufweichen, damit sich das Hühnerauge anschließend leichter entfernen lässt. 

Wenn man ein Hühnerauge am Fuß mit einem Hühneraugenpflaster behandelt, ist allerdings Vorsicht geboten – verrutschen diese Pflaster, können sie die umliegende, gesunde Haut verletzen. 

Was bei einem Hühnerauge wirklich hilft, ist der Gang zum Arzt! Er kann sicher feststellen, ob es sich um einen Clavus oder um eine andere Hautveränderung wie eine Warze handelt. Zudem kann der Arzt das Hühnerauge chirurgisch mit einem Skalpell entfernen – und zwar schonend und sorgfältig, ohne dabei die umliegende Haut zu verletzen.

Dabei gilt: Je früher Sie ein Hühnerauge entdecken, desto schneller und einfacher lässt es sich behandeln. Außerdem ist es wichtig, dass Sie nicht nur das Hühnerauge an sich behandeln, sondern auch die Ursache beseitigen – ansonsten kommt das Hühnerauge immer wieder.

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Versuchen Sie aber auf keinen Fall, das Hühnerauge selbstständig mit einem Messer oder einer Schere herauszuschneiden! Häufig kommt es bei solchen Versuchen, den Clavus loszuwerden, zu Verletzungen der umliegenden Haut.

Was ist ein Hühnerauge?

Ein Hühnerauge ist eine verdickte und verhornte Schwiele am Fuß, die durch wiederholte Druckbelastung und/oder Reibung entsteht. Das Besondere am Hühnerauge: In der Mitte der Verhornung befindet sich eine Art Hornhautdorn, der bis tief in die Unterhaut eindringt (darum auch die Bezeichnung Clavus für das Hühnerauge: Das lateinische Wort clavus bedeutet Nagel).

Ein Hühnerauge tritt vor allem da auf, wo die Haut direkt über einem Knochen liegt, zum Beispiel an den Zehen. Zu den häufigsten Gründen für die Entstehung von Hühneraugen zählen:

  • falsch sitzende Schuhe und
  • Fußfehlstellungen.

Unbequeme und zu enge Schuhe führen schnell zu Druckstellen – vor allem, wenn Sie im Sommer gerne ohne Socken in die Schuhe schlüpfen, riskieren Sie durch die Reibung an den Füßen, ein Hühnerauge zu bekommen. Dies stellt nicht nur ein kosmetisches Problem dar: Ein Clavus ist meist sehr schmerzhaft – besonders, wenn er auf einem Gelenk oder unter der Fußsohle liegt.

Frauen sind häufiger von Hühneraugen betroffen als Männer! Der Grund: Für viele Frauen müssen Schuhe vor allem eines – gut aussehen. Schicke Riemchensandalen oder raffinierte Pumps sind aber nur selten bequem. Die möglichen Folgen: Druckstellen und Blasen bis hin zum Hühnerauge!

Wer schon häufiger ein Hühnerauge hatte, für den ist es wichtig, die Ursache zu erkennen und zu behandeln: Oft reicht es schon aus, auf drückende oder scheuernde Schuhe zu verzichten, um Hühneraugen zu vermeiden. Ist eine Zehen- oder Fußfehlstellung für den Clavus verantwortlich, hilft ein Schuhwechsel aber meist nur in geringem Maße.

Wer wegen einer Fußfehlstellung immer wieder Hühneraugen bekommt, kann sich von einem Arzt orthopädische Einlagen verschreiben lassen. In manchen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein, um die Fehlstellung zu korrigieren.

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