Hitzewallungen – was tun?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Von Hitzewallungen sind vor allem Frauen betroffen. Bei ihnen zählen sie zu den typischen Beschwerden, die im Verlauf der Wechseljahre auftreten können. Für Hitzewallungen kann es jedoch auch andere Ursachen geben.

Was sind Hitzewallungen?

Unter dem Begriff Hitzewallungen versteht man anfallsweise aufkommende und wieder abflauende Wärmeschübe, die wenige Minuten andauern. Durch die Hitzewallungen rötet sich bei den Betroffenen meist das Gesicht und die Herzfrequenz steigt.

Erstes Anzeichen einer bevorstehenden Hitzewallung ist häufig ein Druckgefühl im Kopf und ein unbehagliches Gefühl. Die eigentliche "Hitzewelle" beginnt dann meist im Brustbereich und geht dann auf Oberarme, Hals und Gesicht über. Eine Hitzewallung dauert im Durchschnitt zwei bis drei Minuten. Danach folgt unmittelbar ein Schweißausbruch in den betroffenen Körperbereichen.

Hitzewallungen und Schweißausbrüche zählen zur Gruppe der sogenannten vasomotorischen Symptome. Darunter versteht man Beschwerden, die mit einer Verengung oder Weitung der Blutgefäße zusammenhängen.

Hitzewallungen entstehen, wenn sich die unter der Haut liegenden Blutgefäße plötzlich weiten und von einem Moment auf den anderen warmes Blut aus dem Körperinneren durch die Hautgefäße fließt. Nach der Hitzewallung spüren viele Betroffene ein leichtes Frösteln, das durch das Verdunsten des Schweißes entsteht.

Vor allem Frauen im Alter von 45 bis 70 Jahren, die sich in den Wechseljahren befinden, sind häufig von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen betroffen. Diese für die Wechseljahre typischen Beschwerden können in der Phase innerhalb der zwei bis sieben Jahre vor der letzten Regelblutung (Prämenopause) bis etwa zehn bis 15 Jahre nach der letzten Regelblutung (Postmenopause) auftreten. Grund dafür ist die Hormonumstellung, die während der Wechseljahre stattfindet. In der Regel treten Hitzewallungen nach drei bis fünf Jahren dann allmählich immer seltener auf.

Hitzewallungen kommen jedoch nicht bei jeder Frau in den Wechseljahren vor. Auch in ihrer Stärke und Dauer sind Hitzewallungen unterschiedlich. Sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten und somit auch den Schlaf stören.

Hitzewallungen: Was sind die Ursachen?

Für Hitzewallungen kann es verschiedene Ursachen geben. Am häufigsten sind jedoch Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) von Hitzewallungen betroffen. Ursache der Hitzewallungen in dieser Lebensphase sind Hormonumstellungen. Mit Beginn der Wechseljahre sinkt die Produktion bestimmter Geschlechtshormone: der Östrogene. Diese beeinflusst unter anderem die Wärmeregulation des Körpers.

Daneben gibt es verschiedene Faktoren, die Hitzewallungen in den Wechseljahren fördern können (aber nicht müssen), so etwa:

Eine warme Umgebung verlängert die Dauer der Hitzewallungen. Eine kühle Umgebung kann dagegen Hitzewallungen abschwächen.

Aber auch verschiedene Medikamente können Ursache für Hitzewallungen sein. Zu diesen gehören beispielsweise:

Daneben treten Hitzewallungen manchmal im Rahmen oder als Folge verschiedener Erkrankungen auf, wie zum Beispiel

Hitzewallungen: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei Frauen wird der Arzt im Rahmen der Diagnose zunächst überprüfen, ob die Wechseljahre (Klimakterium) die Ursache für die Hitzewallungen sein können. Das liegt nahe, wenn die Frau über 45 Jahre alt ist und gleichzeitig Zyklusstörungen auftreten.

Mithilfe einer gynäkologischen Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob Veränderungen an Gebärmutter, Vagina und Brüsten vorliegen, die typisch für die Wechseljahre sind.

Eine Blutuntersuchung bringt Aufschluss über die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone (z.B. Estradiol, follikelstimulierendes Hormon) und darüber, ob die Betroffene bereits in den Wechseljahren sein könnte.

Kommen die Wechseljahre bei einer Betroffenen nicht als Ursache für die Hitzewallungen infrage oder leidet ein Mann unter Hitzewallungen, ist für den Arzt unter anderem von Interesse, ob der oder die Betroffene zurzeit Medikamente einnimmt und ob weitere Beschwerden vorliegen.

Je nach vermuteter Ursache führt der Arzt zusätzliche Untersuchungen durch, beispielsweise

Therapie: Was kann man gegen Hitzewallungen tun?

Bei Hitzewallungen richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. Treten die Hitzewallungen aufgrund der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren (Klimakterium) auf, können einfache Sofortmaßnahmen wie frische Luft oder luftige Kleidung helfen.

Ob Spaziergänge an der Luft, Ruhe oder das Erlernen von Entspannungstechniken sich bei Hitzewallungen lindernd auswirken, sollten Betroffene für sich selbst ausprobieren. Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass diese Maßnahmen einen direkten Effekt auf die Hitzewallungen in den Wechseljahren haben, vielen Frauen geht es dadurch langfristig jedoch besser im Umgang mit den Beschwerden. Auch das Trainieren der Blutgefäße durch Wechselduschen kann unter Umständen Hitzewallungen lindern. Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee sollten Betroffene, die darauf mit Hitzewallungen reagieren, nur in Maßen genießen.

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Hitzewallungen sind ein typisches Symptom der Wechseljahre.

Medikamente

Meist ist die Hormonumstellung in den Wechseljahren nach drei bis fünf Jahren abgeschlossen und die Häufigkeit der Hitzewallungen nimmt von alleine ab. Nur bei etwa einem Drittel aller Frauen in den Wechseljahren sind Beschwerden wie Hitzewallungen so stark, dass eine Behandlung angebracht sein kann. In solchen Fällen kann zum Beispiel eine Hormonbehandlung mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen oder mit verschiedenen Östrogen- und Gestagen-Einzelpräparaten infrage kommen.

Bei leichten Hitzewallungen können unter Umständen auch pflanzliche Arzneimittel helfen. Präparate mit Rotklee oder Traubensilberkerze enthalten Phytoöstrogene (pflanzliche Wirkstoffe, die dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln) und können die Beschwerden möglicherweise lindern. Die Wirkung ist jedoch sehr unterschiedlich und wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen. Eine Einnahme sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt besprechen.

Sind die Hitzewallungen dagegen das Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder eines Karzinoids, ist eine gezielte Behandlung dieser Krankheit notwendig.

Hitzewallungen: Weitere Informationen

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Quellen:

Klimakterium. Online-Informationen des Pschyrembel: www.psychrembel.de (Stand: 27.10.2017)

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Leidenberger, F., et al.: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Springer, Heidelberg 2009

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Stand: 6. Dezember 2017

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