Herzschmerzen

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Oft wird der Begriff "Herzschmerz" in Verbindung mit Liebeskummer genannt. Hierdurch entstehen allerdings keine Schmerzen im medizinischen Sinne. Herzschmerzen äußern sich meist durch stechende, ziehende oder auch drückende Missempfindungen im Bereich des Herzens.

Nicht immer lassen sich organische Ursachen für die Schmerzen feststellen – man spricht dann auch von sogenannten funktionellen Herzschmerzen: Häufig treten sie im Zusammenhang mit StressÜberanstrengung oder psychischer Belastung auf und können mehrere Stunden oder sogar Tage andauern. 

In seltenen Fällen könen Herzschmerzen aber auch ein Zeichen dafür sein, dass etwas mit dem Herzen nicht stimmt – zum Beispiel bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK), bei einem Herzinfarkt oder bei einer Herzbeutelentzündung. Je nachdem, wo die Herzschmerzen auftreten und wie sie sich genau äußern, lassen sich die Ursachen manchmal schon etwas eingrenzen. 

Wie ist das Herz aufgebaut?

Das Herz ist ein Hohlmuskelorgan, das sich im Brustkorb befindet. Die Muskelfasern des Herzens ziehen sich rhythmisch zusammen – diese Kontraktionen sind als Herzschlag beziehungsweise Puls spürbar. Die Herz-Funktion ist wichtig für die Durchblutung. So pumpt das Herz das Blut durch den Körper und versorgt damit sämtliche Organe und Gewebe.

Bei Schmerzen im Brustkorb ist die Angst, dass ein Herzinfarkt dahinter stecken könnte, oft groß. Solche Schmerzen im Brustkorb sind aber häufig keine direkten Herzschmerzen, sondern haben ihre eigentliche Ursache in Lungen-, Zwerchfell- oder Magenbeschwerden.

Bei einer koronaren Herzkrankheit kommt es vor allem unter körperlicher und psychischer Belastung zu Herzschmerzen und einem Engegefühl in der Brust (Angina pectoris). Die Schmerzen können in den rechten oder linken Arm, die Schultern, den Hals oder die Wangen und die Zähne ausstrahlen. 

Typisch für eine Herzbeutelentzündung hingegen sind stechende Schmerzen unter dem Brustbein, die sich

verstärken. Viele Betroffene berichten zudem über eine vorausgegane Erkältung, eventuell besteht noch Fieber. 

Auch wenn sich häufig keine organische Ursache feststellen lässt, sollte man Herzschmerzen stets ärztlich abklären lassen. Dies ist wichtig, damit der Arzt mithilfe verschiedener Untersuchungen eine Erkrankung des Herzens ausschließen beziehungsweise erkennen kann. 

Je nachdem, welche Ursache hinter den Schmerzen steckt, können unterschiedliche Therapiemöglichkeiten helfen.

Ein Angina pectoris-Anfall etwa dauert meist nur wenige Minuten und lässt sich durch Nitroglycerinspray oder -kapseln, die viele KHK-Patienten als Notfallmedikament bei sich führen, in der Regel beenden. Tritt trotz der Nitro-Präparate keine Besserung ein, kann dies auf einen Herzinfarkt hinweisen.

Bei einer Perikarditits, also wenn eine Entzündung des Herzbeutels für die Herzschmerzen verantwortlich ist, können auch Schmerzmittel und antientzündliche Medikamente helfen. Bei einer bakteriellen Perikarditis verschreibt der Arzt zur Therapie zusätzlich Antibiotika. 

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