Gewichtszunahme

Veröffentlicht von: Till von Bracht

iStock
Anzeige

Eine Gewichtszunahme kann grundsätzlich viele verschiedene Ursachen haben – häufig hängt die Gewichtszunahme jedoch mit der Ernährung zusammen: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als der Körper verbraucht, nimmt an Körpergewicht zu. Dies ist ein einfacher, logischer und im Prinzip normaler Prozess.

Im Laufe der Jahre nehmen die meisten Menschen zu – sowohl Männer als auch Frauen. Das liegt vor allem daran, weil die Stoffwechselprozesse langsamer ablaufen und die meisten älteren Menschen sich weniger bewegen

Einige Frauen glauben, sie würden vor allem in den Wechseljahren an Gewicht zunehmen. Bislang konnten Wissenschaftlicher nicht eindeutig belegen, dass die Wechseljahre an sich für eine Gewichtszunahme verantwortlich sind. Der sinkende Östrogenspiegel bei Frauen in den Wechseljahren führt allerdings dazu, dass ihre Muskelmasse tendenziell abnimmt und ihre Fettmasse zu, gerade am Bauch. Weniger Muskelmasse bedeutet wiederum, dass der Grundumsatz sinkt (d.h. man verbrennt in Ruhe weniger Kalorien) – und das führt bei gleicher Kalorienaufnahme wiederum dazu, dass man zunimmt. 

Eine Gewichtszunahme kann aber nicht nur durch die Zunahme an Körperfett, sondern beispielsweise auch durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) bedingt sein. Ebenso ist eine Zunahme von Muskelmasse, zum Beispiel durch Muskeltraining, denkbar.

Aber auch Erkrankungen können zu einer Gewichtszunahme führen – zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion. Bei dieser Erkrankung produziert die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone. Durch die fehlenden Hormone arbeitet der Stoffwechsel insgesamt langsamer und die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Mögliche Folgen: Müdigkeit, gesteigertes Schlafbedürfnis und Gewichtszunahme. 

Im Kindesalter sowie in der Schwangerschaft ist eine definierte Gewichtszunahme durch das Wachstum des Kindes beziehungsweise des Ungeborenen normal und notwendig. Bei gesunden Erwachsenen aber sollte eine Gewichtszunahme vor allem dann ärztlich abgeklärt werden, wenn sie plötzlich, ohne erkennbare Ursache, ungewollt und/oder besonders stark auftritt, um auszuschließen, dass ein Krankheit dahintersteckt.  

Gewichtszunahme: Die Rolle der Ernährung

Die tägliche Nahrung ist lebenswichtig – sie versorgt uns mit vielen Nährstoffen und liefert Energie für sämtliche Stoffwechselprozesse. Der Energiegehalt eines Nahrungsmittels wird in Kilokalorien (kcal) oder auch in Kilojoule (kJ) pro 100 Gramm angegeben. So hat ein Apfel zum Beispiel rund 61 Kilokalorien (255 Kilojoule) pro 100 Gramm. Zum Vergleich: 100 Gramm Milchschokolade enthalten etwa 536 Kilokalorien (2245 Kilojoule).

Der tägliche Kalorienbedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise Alter, Geschlecht, Körpergröße und sportliche Aktivität. Männer zwischen 25 und 51 Jahren benötigen – je nach körperlicher Aktivität – etwa 2.900 bis 3.500 Kilokalorien pro Tag, Frauen im gleichen Alter zwischen 2.300 und 2.900 Kilokalorien. Diese Werte beziehen sich auf eine leichte bis mittelschwere körperliche Aktivität.

Eine übermäßige Gewichtszunahme durch zu viel und "hochkalorisches" Essen und zu wenig Bewegung führt zu Übergewicht und Adipositas, im Volksmund auch Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt. Dies kann wiederum verschiedene Folgeerkrankungen verursachen, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2. Daher ist es wichtig, einer übermäßigen Gewichtszunahme rasch entgegenzuwirken. Ein Ernährungsberater kann Ihnen wertvolle Ernährungs- und Bewegungstipps geben.

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Jede Frau nimmt in der Schwangerschaft an Gewicht zu – die eine mehr, die andere weniger. Wie groß die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist, hängt nicht nur von der Ernährung ab, sondern von vielen weiteren Faktoren. Eine Gewichtszunahme zwischen 7 und 18 Kilo über die gesamte Schwangerschaft ist völlig normal. Sehr schlanke Frauen nehmen in der Schwangerschaft meist mehr zu als Frauen mit einem hohen BMI

Tabelle: Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Bei Untergewicht (BMI vor der Schwangerschaft: < 18,5) Bei Normalgewicht (BMI vor der Schwangerschaft: 18,5 – 24,9) Bei Übergewicht (BMI vor der Schwangerschaft: 25 – 29,9)
nach 12 Wochen 2 kg 1 kg 0,5 kg
nach 16 Wochen 3,8 - 4,4 kg 2,4 - 3 kg 1,4 - 1,8 kg
nach 20 Wochen 5,5 - 6,6 kg 3,8 - 5 kg 2,3 - 3,1 kg
nach 24 Wochen 7,2 - 9 kg 5,2 - 7 kg 3,2 - 4,5 kg
nach 28 Wochen 9 - 11,2 kg 6,6 - 9 kg 4,2 - 5,8
nach 32 Wochen 9,8 - 13,5 kg 8 - 11 kg 5,1 - 7,1 kg
nach 36 Wochen 12,5 - 16 kg 9,4 - 13 kg 6 - 8,5 kg
nach 40 Wochen 14,3 - 18 kg 10,8 - 15 kg 7 - 10 kg

Beachten Sie: Bei den Angaben zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft handelt es sich um grobe Richtwerte. Manche Frauen nehmen schon früh in der Schwangerschaft zu, während es bei anderen erst im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel der Fall ist. Der Arzt oder die Hebamme wird Ihr Gewicht regelmäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen überprüfen. 

Anzeige