Dehydration und Exsikkose: Wenn der Körper auszutrocknen droht

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Wenn der Körper viel mehr Flüssigkeit und/oder Elektrolyte verliert, als ihm zugeführt wird, sprechen Mediziner von einer Dehydration oder Dehydratation. Ein starker Flüssigkeitsmangel kann zur Austrocknung führen, der sogenannten Exsikkose. Um vorzubeugen, hilft vor allem eins: Trinken Sie ausreichend – zum Beispiel Mineralwasser oder Kräutertee!

Der menschliche Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser, welches für sämtliche Stoffwechselprozesse wichtig ist. Im Wasser selbst sind verschiedene Elektrolyte in einer bestimmten Konzentration gelöst. Wichtige Elektrolyte sind unter anderem:

Nur, wenn ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte im Körper vorhanden sind, ist der Wasserhaushalt ausgeglichen und alle Körperfunktionen und Prozesse können reibungslos ablaufen.

Wird ein Flüssigkeitsmangel nicht ausgeglichen, droht eine Exsikkose (Austrocknung) mit Symptomen wie HerzrasenMuskelkrämpfen und Bewusstlosigkeit. Eine ausgeprägte Exsikkose kann lebensbedrohlich sein.

Was ist eine Dehydration?

Bei einer Dehydration (auch: Dehydratation, umgangssprachlich auch Dehydrierung) verliert der Körper mehr Flüssigkeit und/oder Elektrolyte, als er aufnimmt.

Was ist eine Exsikkose?

Eine Exsikkose (Austrocknung) entsteht als Folge einer Dehydration. Von Exsikkose sprechen Ärzte, wenn der Körper so viel Flüssigkeit verloren hat, dass er auszutrocknen droht.

Mediziner unterscheiden drei Arten der Dehydration:

Dehydration und Dehydrierung sind nicht dasselbe

Im Zusammenhang mit Flüssigkeitsmangel (Dehydration) sprechen manche auch von einer Dehydrierung. Streng genommen ist eine Dehydrierung jedoch nicht dasselbe wie eine Dehydration: Unter einer Dehydrierung versteht man bestimmte chemische Reaktionen, bei denen Wasserstoff abgespalten wird.

Dehydration und Exsikkose: Ursachen

Eine Dehydration (Dehydratation, Flüssigkeitsmangel) beziehungsweise Exsikkose (Austrocknung) kann viele Ursachen haben. Häufig tritt ein Flüssigkeitsmangel auf, wenn man zu wenig trinkt. Ältere und/oder pflegebedürftige Menschen verspüren häufig keinen Durst und bemerken somit nicht, dass sie Flüssigkeit benötigen. Daher sind sie besonders gefährdet, eine Exsikkose zu entwickeln, das heißt: Sie scheiden deutlich mehr Flüssigkeit aus, als sie aufnehmen, sodass eine Austrocknung droht.

Aber nicht nur eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, auch organische Krankheiten, zum Beispiel Erkrankungen der Nieren, können eine Dehydration hervorrufen und somit zur Exsikkose führen.

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Bei großer Hitze verliert der Körper viel Flüssigkeit.

Wenn der Körper sehr viel Flüssigkeit verliert, ist die Wahrscheinlichkeit einer Dehydration hoch. Dies kann zum Beispiel der Fall sein bei

Dehydration und Exsikkose: Diagnose

Eine beginnende Dehydration (Dehydratation, Flüssigkeitsmangel) beziehungsweise Exsikkose (Austrocknung) erkennt man oft bereits an einem typischen Symptom: Durst. Bei manchen Menschen fehlt das Durstgefühl allerdings – insbesondere bei älteren Personen. Ein Schwächegefühl kann ebenfalls auf einen Flüssigkeitsmangel hinweisen.

Bei Verdacht auf eine starke Dehydration/Exsikkose wird der Arzt seinen Patienten gründlich untersuchen, um das Ausmaß und die Ursache festzustellen. Der Arzt schaut dabei nach körperlichen Anzeichen der Austrocknung.

Mögliche Anzeichen einer Dehydration/Exsikkose (Austrocknung) sind

Die Symptome einer Dehydration können variieren und richten sich auch danach, ob der Körper vorwiegend Elektrolyte, vorwiegend Wasser oder beides gleichermaßen verloren hat.

Oft sind die Ursachen eines Flüssigkeitsmangels direkt ersichtlich – etwa, wenn es sich um die Folgen starken Durchfalls oder großer Hitze handelt. Manchmal sind aber auch weiterführende körperliche Untersuchungen nötig, beispielsweise, wenn sich eine Nierenerkrankung hinter der Dehydration verbirgt.

Dehydration und Exsikkose: Therapie

Bei Anzeichen einer Dehydration (Dehydratation, Flüssigkeitsmangel) beziehungsweise Exsikkose (Austrocknung) ist es wichtig, dass Sie den Flüssigkeitsmangel sowie den damit verbundenen Mangel an Elektrolyten möglichst schnell ausgleichen.

Häufig reicht es aus, wenn Sie bei einer sich ankündigenden Dehydration schluckweise viel trinken. Besonders eignen sich mineralhaltige Getränke wie Wasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, Saftschorlen oder Brühen.

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Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um eine Dehydration zu vermeiden!!

Ist die Dehydration fortgeschritten und zeigen sich bereits deutliche Anzeichen einer Exsikkose wie zum Beispiel Bewusstseinstrübungen, kann es notwendig sein, dass der Arzt eine Flüssigkeit und Elektrolyte über eine Infusion verabreicht. Wie hoch der Anteil an Flüssigkeit und Elektrolyten bei der Infusion ist, richtet sich dabei nach der Ursache der Dehydration.

Ist eine körperliche Erkrankung die Ursache für die Dehydration – wie etwa Diabetes mellitus, – ist es nicht nur erforderlich, den Flüssigkeits- und/oder Elektrolytmangel zu beheben. Im weiteren Verlauf muss der Arzt auch die Grunderkrankung behandeln.

Einer Dehydration/Exsikkose durch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme können Sie vorbeugen! Trinken Sie gleichmäßig über den Tag verteilt etwa eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit. Bei hohen Temperaturen sowie bei körperlicher Anstrengung sollte es mehr sein!

Dehydration und Exsikkose: Weitere Informationen


Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Dehydration. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 27.4.2017)

Endspurt Klinik Skript 15: Anamnese, Leitsymptome. Thieme, Stuttgart 2014

Hahn, J.M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Kochen, M.: Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012

Aktualisiert am: 13. September 2017

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