Strahlenbelastung durch Wasser

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Im Gestein der Erdoberfläche befinden sich, in verschiedenen Konzentrationen, die Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen, also der Actiniumreihe, der Uran-Radiumreihe und der Thoriumreihe. Im Grundwasser und Mineralwasser, die damit in Kontakt kommen, können sich geringe Mengen eine Reihe dieser Radionuklide lösen. Auf diese Weise wird Wasser einschließlich des Mineralwassers, je nach Herkunftsort, verschieden stark radioaktiv kontaminiert. Wichtig für den Verbraucher, vor allem für Kleinkinder und Jugendliche, ist dabei die Frage nach der Höhe der radioaktiven Belastung und den möglichen gesundheitlichen Folgen. Messungen verschiedener Institute und Organisationen haben dabei Werte ergeben, die unter 1 Becquerel (Bq) pro Liter lagen. Der höchste gemessene Wert lag bei rund 1,7 Bq pro Liter (Bq/l) bei einem Heilwasser aus der Tschechischen Republik.

Typische Werte für die Konzentration im bundesdeutschen Grundwasser mit Radionukliden liegen zwischen 0,4 bis 2,5 µg pro Liter. Daraus folgt für das Trinkwasser im Mittel eine Aktivität von etwa 2 mBq/l (1 mBq=1/1000 Bq). Diese Werte liegen erheblich unter denen für die meisten Mineral- und Heilwasser. Die EU-Richtlinie für Trinkwasser vom 3. Nov. 1998 gibt eine Richtdosis von 0,1 mSv pro Jahr für die Strahlenbelastung durch Trinkwasser einschließlich des Mineralwassers vor.

Für die effektive Äquivalentdosis durch den Trinkwasserverbrauch ergeben sich - unter der Annahme, dass eine erwachsene Person 700 l Wasser pro Jahr zu sich nimmt - die folgenden Abschätzungen. Dabei ist der Einfachheit halber eine Aktivität von 1 Bq pro Liter zugrunde gelegt worden. Für andere Aktivitäten erhält man die entsprechenden Dosen, indem die Dosis mit dem Faktor multipliziert wird, um den die Aktivität höher oder niedriger ist.

Für Erwachsene gilt: 1 Bq/l an U238 = 0,03 m Sv/a und 1 Bq/l an Ra 226 = 0,2 mSv/a

Für Kleinkinder gilt entsprechend: 1 Bq/l an U 238 = 0,12 mSv/l und 1 Bq/l an Ra 226 = 1,6 mSv/a

Wie man sieht, ist bei einer Belastung von 1 Bq/l der Richtwert der EU von 0,1 mSv/a sehr schnell erreicht. Es sei daraufhingewiesen, dass die durch inkorporierte natürliche Radionuklide einschließlich des Radons hervorgerufene jährliche Äquivalentdosis im Mittel 1,4 mSv beträgt.

Sofern es möglich ist, sollte man daher schon darauf achten, welche Mineralwässer man zu sich nimmt. Leider besteht derzeit für den Hersteller keine Verpflichtung die Menge an radioaktiven Substanzen auf dem Flaschenetikett anzugeben. Für nähere Informationen ist es daher empfehlenswert, sich an die Verbraucherschutzverbände oder das entsprechende Ministerium zu wenden.

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