Haarausfall und Psyche

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Haarausfall ist keine schmerzhafte Krankheit und beeinträchtigt den Menschen weder in seiner Mobilität noch in seinen geistigen Fähigkeiten. Dennoch können ausgehende Haare sehr belastend sein, denn Haarausfall und Psyche hängen eng zusammen.

Zum westlich verbreiteten Schönheitsideal gehört neben einer wohlgeformten Figur und einer makellosen Haut auch gesundes und kräftiges Haar. Gerade für Frauen nehmen die Haare als Symbol für Gesundheit, Weiblichkeit und Erotik einen hohen Stellenwert ein. Umso größer wird die psychische Belastung, wenn die Haare ausgehen.

Auch wenn das Haar aus biologisch-medizinischer Sicht für das reine Überleben nicht unbedingt notwendig ist, kommt der hohe Stellenwert des Haupthaars nicht von ungefähr: Die menschliche Behaarung bot ehemals Schutz vor schlechter Witterung und Kälte und symbolisiert früher wie heute Freiheit, Kraft und Selbstbewusstsein.

Durch die veränderten Lebensbedingungen werden diese Funktionen heute nicht mehr gebraucht. Nur wenige Teile unserer Körperbehaarung haben noch nützliche Funktionen, wie zum Beispiel Wimpern, Augenbrauen und die Härchen im inneren Gehörgang. Übrig geblieben ist die starke Symbolik der Haare: Sie stehen für Gesundheit, Individualität und als Signal der Sexualität. Darüber hinaus bieten Haare vielfältige Möglichkeiten, das äußere Erscheinungsbild zu beeinflussen.

Kein Wunder also, dass viele Menschen vor allem psychisch unter dem Verlust der natürlichen Kopfbedeckung leiden. Hinzu kommt, dass Haarausfall ab einem gewissen Stadium auf den ersten Blick ins Auge fällt und für jeden sichtbar wird.

Da Frauen Haarausfall oft mit dem Verlust von Schönheit und sexueller Attraktivität gleichsetzen, stellt sich bei ihnen oft eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität und des seelischen Wohlbefindens ein. Darüber hinaus wird Haarausfall bei Frauen gesellschaftlich weniger akzeptiert als bei Männern, was es vielen Frauen zusätzlich erschwert, ihr verändertes Äußeres anzunehmen.

Viele Betroffene reagieren bei Haarausfall mit sozialem Rückzug und Resignation, was die psychische Belastung zusätzlich verstärkt.

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