Weibliche Beschneidung (Genitalver­stümmelung)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die weibliche Beschneidung, also die Beschneidung von Mädchen und Frauen, ist eine Genitalverstümmelung und stellt eine Menschenrechtsverletzung dar – in Deutschland ist sie verboten. Die weibliche Beschneidung wird selten im Beisein eines Arztes oder mit medizinischen Geräten ausgeführt. Vielmehr finden die verschiedensten scharfen Gegenstände hierfür Verwendung – Rasierklingen, Glasscherben und sogar scharfkantige oder geschärfte Steine. In den meisten Fällen erhalten die betroffenen Mädchen und Frauen dabei weder eine lokale Betäubung noch eine Vollnarkose.

Bei der weiblichen Beschneidung wird entweder die Klitoris allein oder die Klitoris mitsamt der inneren und zum Teil auch äußeren Schamlippen entfernt. Ziel der weiblichen Beschneidung ist es, das sexuelle Verlangen der Frauen zu reduzieren. Pro Jahr werden etwa drei Millionen Mädchen und Frauen Opfer genitaler Verstümmelungen. Unter anderem in 28 Ländern Afrikas und einigen anderen Ländern in Asien und dem mittleren Osten ist das Beschneiden der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane noch üblich. In bestimmten afrikanischen Ländern sind über 90 Prozent aller Frauen beschnitten. Durchschnittlich sind die Mädchen bei der Beschneidung zwischen vier und zwölf Jahre alt.

Durch die meist unhygienischen Umstände bei der weiblichen Beschneidung kommt es bei den beschnittenen Frauen neben den direkten Schäden durch die Verstümmelung häufig auch zu Wundinfektionen, die teilweise zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Die betroffenen Frauen leiden meist ein Leben lang unter den körperlichen und psychischen Folgen der Beschneidung.

Zahlreiche Organisationen und Selbsthilfegruppen haben gegen diese Menschenrechtsverletzung seit Jahren Partei ergriffen, etwa die UNO, die WHO, die UNICEF und Amnesty International. In betroffenen Ländern haben sich mittlerweile vor allem Frauen zu nationalen Hilfsorganisationen zusammengeschlossen. Die internationale Dachorganisation hat ihren europäischen Sitz in Genf und findet sich dort unter dem Namen Inter-African-Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC).

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