Sadismus, Masochismus (SM)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Sadismus beschreibt die Vorliebe von Menschen, anderen Menschen Schmerz und Demütigungen zuzufügen und selbst dabei sexuelle Erregung zu empfinden. Als Masochismus bezeichnet man die umgekehrte Neigung: Masochisten verspüren sexuelle Lust, wenn sie Schmerzen und Erniedrigung durch andere erfahren.

Wenn Sadismus an Menschen ausgeübt wird, die mit sadistischen Sexualpraktiken nicht einverstanden sind, kann diese Form möglicherweise als sexuelle Störung gelten. Laut Weltgesundheitsorganisation kann Sadismus und Masochismus zur Gruppe des abweichenden Sexualverhaltens gezählt werden, sofern sie die hauptsächliche Quelle sexueller Erregung darstellen oder für sexuelle Befriedigung unabdingbar sind. Außerdem müssen entsprechende Handlungen und Fantasien über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten vorliegen und mit einem Leidensdruck für Betroffene oder einem Gefahrenrisiko für andere verbunden sein, um als sexuelle Störung zu gelten. Allerdings stehen dabei sexuell-sadistische Handlungen im Vordergrund, die von inneren Zwängen gesteuert werden und gegen die sexuelle Selbstbestimmung des Partners verstoßen. Dementgegen gibt es viele Menschen, die Sadismus und Masochismus freiwillig praktizieren und zu ihren alltäglichen Sexualpraktiken zählen. Ist dies der Fall, sind Sadismus und Masochismus als harmlose sexuelle Vorlieben anzusehen.

Beim Sadismus erfährt eine Person (sexuelle) Lust oder Befriedigung überwiegend dadurch, dass sie einen oder mehrere andere Menschen seelisch oder körperlich demütigt, unterdrückt und quält. Das Hauptaugenmerk beim Sadismus liegt allerdings vielmehr in der Dominanz als darin, einem anderen Schmerzen zuzufügen. Sadistische Tendenzen kann man oft bis in die Kindheit der jeweiligen Person zurückverfolgen.

Das Gegenstück zum Sadismus ist der Masochismus. Hierbei besteht die (sexuelle) Lust darin, seelisch oder körperlich gedemütigt, unterdrückt und gequält zu werden oder Schmerzen zu empfinden. Aus psychodynamischer Sicht gilt Masochismus als eine gegen sich selbst gekehrte Form von Sadismus. Es kann unterschieden werden zwischen Sadismus, welcher in gegenseitigem Einvernehmen betrieben wird und Sadismus, welcher gegen den Willen einer Person vollzogen wird, so zum Beispiel bei Körperverletzung oder Vergewaltigung.

Beim Sadomasochismus (BDSM oder SM) werden Masochismus und Sadismus kombiniert oder abwechselnd durchgeführt. Dabei hat die Person sowohl den Wunsch nach Beherrschung als auch nach Unterwerfung. In der Regel geschieht BDSM nicht ohne eine ausdrückliche Einwilligung des Partners. BDSM wird von allen Schichten der Gesellschaft praktiziert und kommt sowohl bei Heterosexuellen als auch bei Homosexuellen vor. Die Abkürzung BDSM setzt sich aus den englischen Begriffen bondage & discipline, dominance & submission sowie sadism & masochism zusammen.

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