Gruppensex

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Unter Gruppensex versteht man sexuelle Handlungen oder Geschlechtsverkehr von drei oder mehr Personen. Wie auch bei anderen Spielarten und Ausprägungen der Sexualität gehen die Meinungen darüber auseinander: Während manche Menschen Gruppensex mögen und als sehr erregend empfinden, schreckt andere allein der Gedanke daran ab.

Finden sich drei Personen zum Gruppensex zusammen, heißt dies auch "flotter Dreier". Es macht einen Unterschied, ob ein oder mehrere Paare am Gruppensex teilnehmen oder ob Menschen zusammenkommen, die alle jeweils ungebunden sind, denn: Mitunter ist dies entscheidend für den emotionalen Umgang mit der Sexualpraktik.

Denkt ein Paar darüber nach, es mal mit Gruppensex zu probieren, sollte es beachten, dass Eifersucht ein wichtiges und ernst zu nehmendes Thema sein kann. Wer zum Beispiel beim eigenen Partner einen sehr intensiven, in dieser Form innerhalb der Partnerschaft nicht erlebten Orgasmus beobachtet, kann dadurch Selbstzweifel entwickeln, sich sexuell minderwertig fühlen und neidisch auf den "neuen Sexualpartner" sein. Andererseits gibt es voyeuristisch veranlagte Menschen, die es stark erregt, ihren Partner beim Sex zu beobachten.

Wenn Sex in der Gruppe sehr befriedigend ist, kann das zum einen an der Liebhaberqualität der zusätzlichen Person(en) liegen. Zum anderen trägt die Tatsache, dass mehrere Personen eine andere zusammen verwöhnen, zur erotischen Spannung bei. Die Stimmung und die Erregung beim Gruppensex lassen sich schwer mit der Situation beim heimischen Liebesspiel vergleichen – daher sollte sich niemand den Kopf zu sehr darüber zerbrechen, warum die Lust beim Gruppensex solche Ausmaße angenommen hat.

Manch einer fühlt sich im Anschluss an Gruppensex aber nicht – wie zuvor vielleicht erhofft – besonders befriedigt, sondern vielmehr enttäuscht. Doch jeder Mensch empfindet das anders: So sehen manche (ob gebunden oder ungebunden) gelegentlichen Gruppensex als Schlüssel zu einer erfüllten, aufregenden Sexualität. Es hilft, sich genau darüber abzusprechen, was erwünscht und erlaubt ist und was nicht.

Egal, wie sehr die Vorstellung reizt: Vor dem Gruppensex sollten sich alle Beteiligten genau überlegen, was auf sie zukommt und ob sie es emotional gut verarbeiten können. Dies setzt voraus, dass es sich um eine geplante Aktion handelt. Ergibt sich die Gelegenheit zum Gruppensex spontan, muss man die eventuell weniger erfreulichen Seiten in Kauf nehmen oder ganz auf das Abenteuer verzichten.

Immer wichtig: Schützen Sie sich mit Kondomen vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion, Hepatitis, Syphilis oder Gonorrhö. Wenn eine Frau mit dem Mund verwöhnt wird (Cunnilingus), eignen sich zum Schutz sogenannte Lecktücher (Dental Dams). Denn keine noch so aufregende und leidenschaftliche Nacht zu dritt oder viert ist es wert, die Gesundheit zu gefährden. Kondome verhindern zudem eine ungewollte Schwangerschaft.

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Beim Gruppensex muss die Chemie zwischen den Beteiligten stimmen.

Oftmals profitieren besonders Männer von einem flotten Dreier. Der Grund: Männer sind in der Regel durch das, was sie sehen, sehr stark erregbar, sodass sich ihr sexuelles Verlangen beim Gruppensex entsprechend steigert. Manche Frauen brauchen einen freien Kopf und müssen sich fallen lassen können, um den Sex zu genießen und einen Orgasmus zu erreichen. Ihnen fällt es mitunter schwerer, sich beim Gruppensex gehen zu lassen.

So kommt es, dass in heterosexuellen Partnerschaften oft eher der Mann seiner Partnerin Gruppensex vorschlägt und versucht, sie vom Mitmachen zu überzeugen. Absolut tabu: den Partner zum Gruppensex zu drängen oder zu zwingen. Wer in einer festen Beziehung oder Ehe lebt und seinen Partner nicht für Gruppensex begeistern kann oder möchte, kann diese Spielart in seiner Phantasie oder mithilfe von pornografischen Zeitschriften oder Filmen ausleben. In Zeiten des Internets findet jeder, der möchte, ohne große Hürden entsprechendes sexuelles Bild- oder Filmmaterial.

Mögliches Risiko: Wer viele Pornos sieht, empfindet die dort vorgelebten sexuellen Handlungen (z.B. Gruppensex, Analverkehr) mit der Zeit als alltäglich und erwartet sie umso mehr auch von der eigenen Partnerin. Die Bilder und Filme verzerren die Wahrnehmung und Einstellung gegenüber sexuellen Verhaltensweisen. Gruppensex zum Beispiel ist in der Gesamtbevölkerung deutlich weniger verbreitet, als es in Pornos den Anschein hat.

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