Gerontophilie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Unter Gerontophilie (griech: géron = Greis, philia = Zuneigung) versteht man ein von der gesellschaftlichen Norm abweichendes Sexualverhalten (sog. Paraphilie), bei welchem das sexuelle Interesse einer Person ausschließlich auf wesentliche ältere Personen gerichtet ist.

Sexuelle Beziehungen zwischen Paaren mit großem Altersunterschied sind mittlerweile keine Seltenheit mehr und werden zunehmend von der Gesellschaft toleriert und akzeptiert, insbesondere, wenn der Mann älter ist als die Frau. Von Gerontophilie spricht man nur dann, wenn sich die sexuelle Vorliebe auf das typische äußere Erscheinungsbild von Älteren im Sinne eines Fetischismus bezieht.

Sofern die betroffene Person ihre Neigung als belastend empfindet, sollte sie psychologisch behandelt werden.

Rechtliche Aspekte

Sofern beide Partner volljährig sind, ist die Liebe zwischen Personen mit extremen Altersunterschieden nicht strafbar. Strafbar ist allerdings der sexuelle Kontakt zu Greisen, wenn diese nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte sind. In diesem Fall ist ein Tatbestand nach § 179 Strafgesetzbuch gegeben.

§ 179 Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen

(1) Wer eine andere Person, die

  1. wegen einer geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich einer Suchtkrankheit oder wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung ode
  2. körperlich

zum Widerstand unfähig ist, dadurch mißbraucht, daß er unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine widerstandsunfähige Person (Absatz 1) dadurch mißbraucht, daß er sie unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen.

(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren ist zu erkennen, wenn

  1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen läßt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind,
  2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird oder
  3. der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt.

(6) In minder schweren Fällen des Absatzes 5 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

(7) § 177 Abs. 4 Nr. 2 und § 178 gelten entsprechend.

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