G-Punkt der Frau

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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G-Punkt! Ein Begriff, der eine ganz Menge Aufmerksamkeit bekommt – nicht weiter verwunderlich, da manch einer ekstatische Orgasmen und ein Plus an Lust damit verbindet. Zu Recht? Handelt es sich beim G-Punkt tatsächlich um den Schlüssel zu intensiven Glücksgefühlen? Um den Auslöser des sogenannten vaginalen Orgasmus? Und: Was bedeutet das "G" im "G-Punkt" eigentlich?

Eines vorweg: Viele Fachleute – etwa Anatomen, Frauenärzte und Sexualforscher – zweifeln daran, ob der G-Punkt der Frau überhaupt existiert. Ein sicherer wissenschaftlicher Beweis fehlt. Ebenso wenig ist klar, welche genaue Funktion er erfüllen soll. Andere Experten sehen es als erwiesen an, dass es den G-Punkt gibt, und preisen ihn als Garanten eines erfüllten Sexuallebens. Klar ist, dass weitere Forschung dazu beitragen muss, die Frage nach dem G-Punkt zu beantworten.

Die unterschiedlichen Ansichten zum G-Punkt der Frau sollte man stets im Hinterkopf haben, wenn es um diesen geheimnisvollen Ort geht. Antworten auf praktische Fragen der Sexualität sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen, da unklar bleibt, ob und welche Frauen das als G-Punkt bezeichnete Areal wirklich bei sich finden können.

Dem häufigen Gebrauch des Begriffs in den Medien und der sexuellen Ratgeberliteratur ist es geschuldet, dass sich etliche Frauen und Paare im Bett mit entsprechenden Fragen beschäftigen:

So kommt es auch, dass manche Experten davor warnen, dass die intensive Suche nach und die Beschäftigung mit dem G-Punkt der Frau falsche Erwartungen wecken kann und mitunter Frustration zur Folge hat. Versprechen wie "besonders befriedigender Sex", "Orgasmus-Serien" und "weibliche Ejakulationen" wecken zum einen Begehrlichkeiten. Zum anderen bauen sie Leistungsdruck auf. Wer seinen G-Punkt nicht findet, könnte schnell enttäuscht sein, sich sexuell minderwertig fühlen und seine Partnerschaft – zumindest in Sachen Sex – eher belasten denn beflügeln.

Bleibt die Suche nach dem G-Punkt erfolglos, macht das einem erfüllten Sexualleben aber keinen Strich durch die Rechnung. Frauen verfügen oftmals über eine Vielzahl erogener Zonen; es lohnt sich, ihren Körper zu erkunden. Aus der anfänglichen Enttäuschung nach der gescheiterten G-Punkt-Suche ergibt sich so vielleicht etwas spannendes Neues. Ein Patentrezept für eine erfüllte, glückliche Sexualität gibt es ohnehin nicht – dafür ist die weibliche Sexualität viel zu komplex.

In einer Sache sind sich Sexualforscher und Gynäkologen zumindest einig: Das "G" in "G-Punkt" steht für den ersten Buchstaben des Nachnamens von Ernst Gräfenberg, einem deutschen Frauenarzt, der von 1881 bis 1957 gelebt hat. Er gilt gewissermaßen als Entdecker des G-Punkts und seines Namens bedienten sich US-amerikanische Wissenschaftler (u. a. Beverly Whipple), als sie Anfang der 1980er-Jahre den Begriff G-spot einführten (engl. spot = Fleck / Punkt).

Die Bezeichnung als "Punkt" ist allerdings irreführend und wurde so von Gräfenberg nie gebraucht. Er sprach vielmehr von einer Zone entlang der weiblichen Harnröhre, die sich in seinen Untersuchungen und Befragungen als besonders sensibel herausgestellt hat. Wenn vom G-Punkt der Frau die Rede ist, geht es in aller Regel um ein Areal in der Scheide, das etwa 4 bis 5 Zentimeter vom Scheideneingang entfernt in der Scheidenvorderwand (zur Bauchdecke hin) liegen soll beziehungsweise durch die Scheidenwand tastbar sein soll.

Anatomisch ist das bisher nicht nachzuvollziehen: In der vorderen Wand der Scheide finden sich weder vermehrt sensible Nervenendigungen noch Schwellkörper. Der Wand fehlt es somit an Strukturen, die die besondere Reizbarkeit des Areals erklären würden.

Anhänger der Theorie, dass der G-Punkt bei der Frau existiert, glauben, dass sich das Gewebe in der Nähe der Harnröhre durch die vordere Scheidenwand reizen lässt und ein Lustgefühl auslöst. Die Stimulation soll dort vorhandene Drüsengänge (die sog. Skene-Gänge) und/oder schwellfähiges (erektiles) Gewebe der Harnröhre erreichen: das sog. Corpus spongiosum.

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