FAQ – Fragen und Antworten zu Beschwerden in der Schwangerschaft

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Sodbrennen, Verstopfung, Übelkeit ... während der Schwangerschaft haben viele werdende Mütter mit Beschwerden zu kämpfen. Unsere Forenexpertin Annette Mittmann beantwortet für Sie die wichtigsten Fragen zum Thema "Beschwerden in der Schwangerschaft"!

1. Was kann ich gegen Übelkeit in der Schwangerschaft tun?

2. Warum haben Schwangere häufig Sodbrennen und was hilft dagegen?

3. Ist eine Erkältung in der Schwangerschaft gefährlich? Was kann ich dagegen tun?

4. Was hilft gegen Verstopfung?

5. Was tun bei Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

1. Was kann ich gegen Übelkeit in der Schwangerschaft tun?

Etwa jede zweite Schwangere leidet unter Übelkeit, teilweise mit Erbrechen. Sie tritt meist um die 5. Schwangerschaftswoche herum auf und verschwindet etwa zur 16. Woche, kann allerdings auch länger anhalten. Nur selten muss Schwangerschaftsübelkeit mit Medikamenten behandelt werden.

Unsere Expertin rät:

"Häufige kleine Mahlzeiten können die Symptome etwas lindern. Einigen Frauen hilft Ingwer, z.B. in Form eines Tees (Eine dünne Scheibe frischen Ingwer mit kochendem Wasser überbrühen und ca. 10 Min. ziehen lassen). Allerdings sollten Sie nach der 16. Schwangerschaftswoche darauf verzichten, da dem Ingwer in höherer Dosierung eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird. Vermeiden Sie Stress und greifen Sie eventuell auf Akupunktur zurück. Bei Morgenübelkeit hilft manchen Frauen, vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu verzehren – z.B. einen Zwieback."

» Mehr zum Thema: Morgenübelkeit

2. Warum haben Schwangere häufig Sodbrennen und was hilft dagegen?

Die Gebärmutter drückt bei einer Schwangerschaft zunehmend auf den Magen, sodass sein Schließmuskel nachgibt und der Magensaft in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Da Sodbrennen in der Schwangerschaft meist nicht durch eine Magenübersäuerung bedingt ist, sind säureblockende Medikamente (Antazida) nur begrenzt wirksam.

Unsere Expertin rät:

  • "Essen Sie kleine Portionen!
  • Nach dem Essen sollten Sie laufen, keinesfalls sitzen.
  • Meiden Sie kohlensäurehaltige Getränke und beobachten Sie, welche Nahrungsmittel Ihre Problematik verstärken.
  • In vielen Fällen sind Schokolade, Kaffee, Frittiertes, scharfe oder saure Speisen auslösend.
  • Tragen Sie lockere, bequeme Kleidung!
  • Säurebindende Speisen wie lauwarme Milch, Joghurt oder Zwieback können Sodbrennen lindern.
  • Legen Sie sich ein weiteres Kissen hinter Kopf und Rücken."

» Mehr zum Thema: Sodbrennen in der Schwangerschaft

3. Ist eine Erkältung in der Schwangerschaft gefährlich? Was kann ich dagegen tun?

Normalerweise ist eine Erkältung (grippaler Infekt) ungefährlich für Mutter und Kind – in der Regel sind keine Medikamente nötig!

Sie können die Nase mit einer Meersalzlösung spülen oder einen Aufguss mit Kamille oder Meersalz zubereiten und zehn Minuten inhalieren. Auch Meersalz-Nasenspray oder Nasentropfen für Kinder sind geeignet.

Achtung: Eine echte Grippe kann – im Gegensatz zur Erkältung – in der Schwangerschaft gefährlich sein! Suchen Sie im Zweifelsfall immer einen Arzt auf!

Unsere Expertin rät:

"Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da so die Schleimlösung begünstigt wird. Sie können sich bei Bedarf ein hustenstillendes Medikament verschreiben lassen. Um nicht zu viel Druck nach unten aufzubauen, sollten Sie beim Husten oder Niesen den Kopf Richtung Schulter wenden. Besteht ein Infekt länger, treten andere Beschwerden hinzu oder haben Sie Fieber über 39 °C länger als drei Tage, wäre eine Abklärung durch den Hausarzt und Frauenarzt ratsam. Sollte eine antibiotische Therapie nötig werden, ist das auch möglich mit entsprechenden Präparaten, die mit der Schwangerschaft verträglich sind."

» Mehr zum Thema: Erkältung in der Schwangerschaft

4. Was hilft gegen Verstopfung?

Während der Schwangerschaft wird der Darm aufgrund des veränderten Hormonhaushalts träger. Die Nahrung bleibt länger im Körper, um viele Nährstoffe für Mutter und Kind zu gewinnen. Dadurch kann sich schnell eine Verstopfung bilden.

Unsere Expertin rät:

  • "Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2,5-3 Liter/Tag)!
  • Körperliche Aktivität unterstützt die Darmtätigkeit.
  • Über den Tag verteilt sollten Sie kleine ballaststoffreiche Mahlzeiten aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse zu sich nehmen. Unterstützend können Sie Quellmittel anwenden, etwa Leinsamen und Weizenkleie.
  • Ein Glas Pflaumensaft oder Buttermilch am Morgen können förderlich wirken."

5. Was tun bei Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

Viele Schwangere erleben Stimmungsschwankungen, die mit dem veränderten Hormonhaushalt zusammenhängen.

Unsere Expertin rät:

"Bleiben Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihren Mitmenschen im Gespräch. Das ist das A und O – nur so können Sie Ihr Gefühlschaos verstehen und müssen Ihre Reaktionen nicht persönlich nehmen. Sie können sicher sein, dass diese Schwankungen nicht bleiben werden und es kein Teil Ihrer Persönlichkeit wird, wenn es vor der Schwangerschaft so nicht war."

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