15. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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In der 15. Schwangerschaftswoche (SSW) misst der Fötus ungefähr 8,1 Zentimeter (Scheitel-Steiß-Länge = SSL) und wiegt etwa 50 Gramm. Mittels Ultraschall kann der Arzt nun das Geschlecht des Kindes feststellen. Einige werdende Mütter spüren ihr Baby in dieser Zeit zum ersten Mal wie ein leichtes Flattern – für deutliche kräftige Kindsbewegungen ist es jetzt aber noch zu früh.

Im Verlauf des 2. Schwangerschaftsdrittels misst der Frauenarzt immer seltener die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Fötus, auch wenn sie noch eine Weile als Vergleichswert dient. Interessanter ist nun der sogenannte biparetale Durchmesser (BPD) – hier wird der Querdurchmesser des Kopfes mithilfe des Ultraschalls vermessen. In der 15. Schwangerschaftswoche beträgt dieser etwa 30 Millimeter.

Ab dieser Woche kann bei Bedarf die sogenannte Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) durchgeführt werden. Die Fruchtwasseruntersuchung zählt nicht zu den Kassenleistungen, es sei denn es handelt sich um eine Risikoschwangerschaft und der Arzt sieht die Amniozentese als notwendig an.

Was bedeutet 15. SSW?

In der 15. SSW ist der Fötus etwa 13 Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 15. SSW sind Sie 14 Wochen und x Tage schwanger – die 15. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 14+0 = 1. Tag der 15. SSW
  • 14+1 = 2. Tag der 15. SSW 
  • 14+2 = 3. Tag der 15. SSW
  • 14+3 = 4. Tag der 15. SSW
  • 14+4 = 5. Tag der 15. SSW
  • 14+5 = 6. Tag der 15. SSW
  • 14+6 = 7. Tag der 15. SSW

Bis zum errechneten Geburtstermin sind es nun noch etwa 25 Wochen.

Die Mutter in der 15. SSW

In der Zeit um die 15. Schwangerschaftswoche (SSW) werden viele Schwangere enorm vergesslich, da aufgrund der Hormonumstellung das Gehirn in der Schwangerschaft leicht schrumpft und die Gehirnleistung abnimmt. Dies ist aber nicht weiter bedenklich – nach der Schwangerschaft normalisiert sich dieser Zustand wieder. Wichtige Termine und andere Dinge, die Sie nicht vergessen möchten, sollten Sie in dieser Zeit aber besser notieren.

Das sollten Sie in der 15. SSW beachten!

Viele werdende Mütter fühlen sich wohler, wenn sie bei der Geburt von einer Hebamme begleitet werden, die sie vorher bereits gut kennenlernen konnten. Zwar kommt die Hebamme erst später in der Schwangerschaft zum Einsatz, beispielsweise im Rahmen eines Geburtsvorbereitungskurses oder wenn sie einen Anteil der Vorsorgeuntersuchungen übernimmt. Allerdings sind Hebammen oft auf lange Zeit im Voraus ausgebucht, sodass Sie sich möglichst früh um einen Platz kümmern sollten. 

Der Fötus in der 15. SSW

In der 15. Schwangerschaftswoche (SSW) beträgt die Scheitel-Steiß-Länge des Fötus etwa 8,1 Zentimeter. Das Baby ist jetzt ungefähr 50 Gramm schwer.

In der 15. SSW ist das Herz vollständig entwickelt, von den Vorhöfen über die Herzkammern bis zu den Herzklappen. Eine ovale Öffnung, das Foramen ovale, bleibt zunächst zwischen den beiden Vorhöfen bestehen. Durch diese strömt das Blut vom Herzen direkt in den restlichen Körper. Da der Fötus über die Plazenta Sauerstoff aus dem Blut der Mutter erhält, muss das Blut nicht erst von der rechten Herzseite in die Lungen fließen. So umgeht das Blut während der Schwangerschaft den Lungenkreislauf. Die Öffnung schließt sich erst bei der Geburt, bei einigen Kindern auch erst im Verlauf des ersten Lebensjahres.

Bereits während der Schwangerschaft ist das Herz dafür zuständig, die Organe mit Blut und so mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die Leber produziert nun Gallenflüssigkeit und die Bauchspeicheldrüse nimmt langsam die Produktion des Hormons Insulin auf, das unter anderem den Blutzucker-Stoffwechsel reguliert.

In der 15. Schwangerschaftswoche ist der Hals des Fötus fertig entwickelt, sodass er jetzt den Kopf heben und drehen kann.

Das Geschlecht

Wenn Eizelle und Spermium bei der Befruchtung verschmelzen, verbinden sich dieselbe Anzahl von männlichen und weiblichen Chromosomen zu 23 Chromosomenpaaren. Entscheidend für das Geschlecht ist das letzte Paar, welches entweder

besteht.

Sowohl Eizellen als auch Spermienzellen besitzen vor ihrer Reifeteilung ebenfalls 23 Chromosomenpaare, wobei sich das 23. Paar bei der Eizelle aus zwei X-Chromosomen, und bei dem Spermium aus einem X- und einem Y-Chromosom zusammensetzt. Nun halbiert sich bei beiden der Chromosomensatz, wenn sich die Eizelle kurz vor dem Eisprung auf die Befruchtung vorbereitet beziehungsweise wenn die Samenzelle heranreift. Sämtliche Eizellen enthalten also X-Chromosomen, während die eine Hälfte der Spermien ein Y-Chromosom und die andere Hälfte ein X-Chromosom enthält. Somit "entscheidet" der Mann über das Geschlecht des Kindes.

Wenn Ihr Baby günstig liegt, kann der Arzt in der 15. SSW mittels Ultraschall feststellen, ob Sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.

Achtung: Wenn Sie jetzt noch nicht wissen möchten, ob Sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen, sondern sich lieber bei der Geburt überraschen lassen möchten, teilen Sie das unbedingt Ihrem Arzt mit, damit er sich nicht "verplappert".

Zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft hat sich bei einem männlichen Fötus die Anlage für den Penis schon deutlich herausgebildet. Die Anlagen für die Hoden verbleiben bis kurz vor Ende der Schwangerschaft in der Bauchhöhle, in seltenen Fällen sogar bis nach der Entbindung.

Bei einem weiblichen Fötus fällt besonders die hervortretende Klitoris ins Auge, da die Schamlippen noch kaum ausgebildet sind. Auf dem Ultraschall-Monitor ähnelt sie ein wenig einem kleinen Penis. In den Eierstöcken lagern bereits jetzt einige Millionen unreifer Eizellen.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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