Psychose

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Menschen mit einer Psychose können nicht zwischen der Wirklichkeit und ihrer eigenen Wahrnehmung unterscheiden. Manche hören oder sehen Dinge, die nicht da sind, andere fühlen sich zu Unrecht verfolgt und einige erleben sich selbst als fremdgesteuert. Der Begriff "Psychose" umschreibt eine Vielzahl von Störungen, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen.

Der Nachrichtensprecher im Fernsehen sendet verschlüsselte Botschaften, die eigenen Gedanken werden von einer höheren Macht kontrolliert und eine Stimme im Ohr kommentiert den Einkauf im Supermarkt: Derartige Erlebnisse können auf eine akute Psychose hinweisen – und sowohl Betroffene als auch Außenstehende ängstigen.

Den Betroffenen ist oft nicht bewusst, dass sie krank sind – Wahnvorstellungen wie etwa der Verfolgungswahn oder Halluzinationen wie Stimmenhören erscheinen während einer Psychose absolut real.

Viele Menschen denken bei einer Psychose an Schizophrenie. Aber auch andere Störungen oder Erkrankungen können zu psychotischen Symptomen führen, so zum Beispiel eine bipolare affektive Störung oder ein Hirntumor.

Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es bei einer Psychose nicht. Jedoch gibt es charakteristische Symptome, die bei vielen Betroffenen auftreten. So sind beispielsweise Wahrnehmung, Denken und Fühlen beeinträchtigt. Auch Ängste, Depressionen und ein verminderter Antrieb mit Leistungseinbußen können die Folge einer Psychose sein.

"Psychose" ist ein Sammelbegriff für ganz unterschiedliche psychische Störungen. Bei einer Psychose verliert eine Person den Bezug zur Realität. Der Begriff Psychose wurde vermutlich erstmals 1845 verwendet – vom Österreicher Ernst von Feuchtersleben.

Im Laufe ihres Lebens erleiden circa 1 bis 2 von 100 Menschen eine Psychose – oft zwischen der Pubertät und dem 35. Lebensjahr, aber auch in höherem Alter. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Psychosen bei Kindern kommen relativ selten vor.

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Manche Menschen, die an einer Psychose leiden, sehen Personen oder Dinge, die in der Realität nicht existieren.

Eine Psychose kann – je nach Ausmaß der Erkrankung – das Leben des Betroffenen erheblich verändern. So fällt es manchen Menschen schwer, allein ihren Alltag zu bewältigen. Hinzu kommt, dass Psychotiker von Außenstehenden oft als beängstigend wahrgenommen und ausgegrenzt werden.

Beachten Sie: Jede Psychose ist eine psychische Störung – jedoch ist nicht jede psychische Störung auch eine Psychose! So können Depressionen beispielsweise mit psychotischen Symptomen einhergehen, aber auch ohne psychotische Symptome auftreten.

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