Prostata: Die Männerdrüse

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Jupiterimages/iStockphoto
Anzeige

Klein, aber oho: Die gesunde Prostata ist nur etwa so groß wie eine dicke Kastanie und um die 20 Gramm leicht. Dass sich viele Männer im Laufe ihres Lebens mit diesem Organ beschäftigen (müssen), hängt vor allem mit seiner Lage zusammen: Die Prostata befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfangsteil der Harnröhre. Vergrößert sich die Drüse, führt sie mitunter zu Problemen beim Wasserlassen.

Der Begriff "Prostata" leitet sich von den lateinischen Wörtern "pro" (= vor) und "stare" (= stehen) ab. Daher auch der deutsche Begriff "Vorsteherdrüse". Die Prostata misst etwa 3 Zentimeter (cm) in der Länge und 4 cm in der Breite und sie ist circa 2 cm dick. Sie zählt zusammen mit den Samenbläschen und Samenleitern, den Hoden und den Nebenhoden zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes.

Die Prostata besteht vor allem aus Bindegewebe, glatten Muskelzellen und Drüsen, die mit ihren sogenannten Ausführungsgängen in die Harnröhre münden. Eine Kapsel aus festem Bindegewebe umgibt die Vorsteherdrüse. Der hintere Teil der Prostata lässt sich durch den Enddarm (Rektum) direkt mit dem Finger tasten – dies spielt für die Krebsfrüherkennung eine Rolle. Bei der sogenannten rektalen Untersuchung kann der Arzt fühlen, ob die Oberfläche der Prostata glatt ist – wie bei einer gesunden Drüse der Fall – oder zum Beispiel unregelmäßig oder höckrig.

© LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese
Anatomie der männlichen Geschlechtsorgane

Wichtigste Aufgabe der Prostata: Sie stellt ein Sekret her, das sich beim Orgasmus dem Ejakulat (Sperma) beimischt. Das Prostatasekret macht etwa 15 bis 30 Prozent der Flüssigkeitsmenge des Ejakulats aus und enthält zahlreiche Enzyme und andere Stoffe, die wahrscheinlich zu einer erfolgreichen Befruchtung beitragen. Viele dieser Vorgänge sind wissenschaftlich aber noch nicht genau geklärt.

Das Prostatasekret lässt sich für medizinische Zwecke durch eine sogenannte Prostatamassage gewinnen. Diese Massage spielt bei manchen Männern auch im sexuellen Sinne eine Rolle – der männliche G-Punkt soll in der Prostata liegen. Die Drüse kann man zum Beispiel mit einem in den After eingeführten Finger stimulieren. Manche Männer empfinden diese Praktik als angenehm und erregend, andere wiederum als eher unangenehm.

Das Drüsengewebe der Prostata reagiert empfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das die Prostata über das Blut aufnimmt. Sie wandelt es mithilfe eines Enzyms, das 5-alpha-Reduktase heißt, in eine stärker wirksame Form um: das Dihydrotestosteron, kurz DHT. DHT ist lebenswichtig für die Funktion der Prostata, trägt aber andererseits teils im Zusammenspiel mit weiteren Hormonen maßgeblich zu den häufigen Veränderungen und Erkrankungen der Prostata bei.

Dazu zählen

Prostatavergrößerung

Eine gutartige Prostatavergrößerung führt nicht bei jedem Mann zu Beschwerden, sodass die Vergrößerung zumindest eine gewisse Zeit unbemerkt bleiben kann. Typisches Symptom der Prostatahyperplasie sind zunehmende Probleme beim Wasserlassen:

Oft braucht der Mann mehrere Versuche, um die Blase richtig zu leeren, wozu er nicht selten seine Bauchmuskulatur miteinbezieht, um Druck aufzubauen. Weitere Symptome der Vergrößerung der Prostata sind Schmerzen beim Wasserlassen und ein Nachtropfen von Harn nach dem Urinieren. Auch die Abstände zwischen einzelnen Toilettengängen verkürzen sich, wenn die Prostata die Harnröhre zusehends einengt.

Eine ausgeprägtere Prostatahyperplasie kann schließlich zur sogenannten Restharnbildung führen: Die Betroffenen können ihre Blase nicht mehr vollständig entleeren, es bleibt eine gewisse Menge Urin in der Blase zurück. Die Folge: Der Mann verspürt ein ständiges Völlegefühl der Blase und einen ununterbrochenen Harndrang. Außerdem begünstigt der Restharn, dass sich ein Harnwegsinfekt entwickelt.

Anzeige