Susumu Tonegawa

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 6. September 1939 in Nagoya (Japan)

Susumu Tonegawa löste die Frage, wie das Immunsystem mit einer begrenzten Anzahl von Genen eine fast unerschöpfliche Vielfalt von Antikörpern bildet. Hierfür erhielt er im Jahre 1987 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Tonegawa, eines von vier Kindern eines Textilingenieurs, wuchs in der ländlich geprägten Umgebung von Nagoya auf und besuchte später die renommierte Hibiya-Hochschule in Tokyo. Während seiner Hochschulzeit wuchs sein Interesse an Chemie, sodass er 1959 an die Universität von Kyoto ging, um Chemie zu studieren. Dabei lernte Tonegawa das noch relativ junge Gebiet der Molekularbiologie kennen.

Aufgrund seiner außerordentlichen Kenntnisse und der Fürsprache seines Lehrers, des Virologen Itaru Watanabe, erhielt Susumo Tonegawa die Möglichkeit zum Besuch der biologischen Abteilung der University of California at San Diego in den USA. Hier promovierte er 1969. Im Jahre 1970 kam er nach Europa, um 1971 für mehrere Jahre an das schweizerische Basel Institut für Immunologie zu gehen, wo er begann, sich mit Antikörpern zu beschäftigen. 1981 kehrte Tonegawa in die USA zurück. Seitdem ist er als Professor für Biologie am Krebsforschungsinstitut des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston (Massachusetts, USA) tätig.

Susume Tonegawa wurde mit dem Nobelpreis geehrt, weil er erkannte, wie durch die Gene in den Zellen des Menschen über zehn Millionen unterschiedliche, jedoch jeweils spezifische Antikörper erzeugt werden können. Körperfremde Substanzen (Antigene) werden durch Antikörper bekämpft, indem sich diese mit ihren Anbindungsstellen an die Antigene ankoppeln. Aber nur bestimmte Antikörper mit spezifischer Anordnung der Aminosäuren können sich an bestimmte Antigene anhängen, denn sie müssen zum Antigen passen wie ein Schlüssel in das zugehörige Schloss.

Tonegawa hat neben dem Nobelpreis zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, wie zum Beispiel den Cloetta Prize of Foundation (Schweiz; 1978), den Warren Triennial Prize of the Massachusetts General Hospital (USA; 1980), oder den Robert Koch Prize of the Robert Koch Foundation (Deutschland; 1986).

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