Grigorij Jefimowitsch Rasputin

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* um 1865 in Prokrowskoje bei Tjumen (Sibirien)

† 16. Dezember 1916 in St. Petersburg

Rasputins medizinische Kenntnisse mögen sicherlich nicht umfassend gewesen sein. Doch sein unglaublicher Aufstieg vom Bauernsohn in eine beherrschende Position mit weitreichenden politischen Konsequenzen unter der Zarenfamilie des vorrevolutionären Russland ist ohne seine Verwendung bestimmter heilkundlicher Kenntnisse und Verhaltensregeln kaum vorstellbar.

Schon in seiner Jugend deutete alles darauf hin, dass Rasputin nicht nur das Landleben liebte, sondern auch das ungezwungene Leben und die Frauen. Rasputin war bekannt für seine sexuellen Ausschweifungen.

Rasputin stand unter dem Einfluss der russisch-orthodoxen Kirche. Er lebte in einer mönchsähnlichen Gemeinschaft, die allerdings wenig mit den herkömmlichen ordensbrüderlichen Vorstellungen zu tun hatte. Viele Jahre war Rasputin als Wanderprediger in Russland unterwegs. Er galt als Wunderheiler, der schwere Leiden lindern oder sogar heilen konnte. Überall, wo Rasputin hinkam, machte er auf sich aufmerksam.

Um das Jahr 1903 ließ sich Rasputin in St. Petersburg nieder. Rasch bekam er Kontakt zum Zarenhof. Die wundersamen Eigenschaften Rasputins blieben auch dem Hofe des Zaren in St. Petersburg nicht verborgen. Im Jahre 1907 wurde Rasputin zu Zar Nikolaus II. Alexandrowitsch (1868–1918) gerufen. Sein Sohn Alexis litt unter Hämophilie (Bluterkrankheit), und Rasputin gelang es tatsächlich, das Leiden des jungen Thronfolgers zu lindern. Dies brachte ihm die uneingeschränkte Gunst der Zarin Alexandra und die Bewunderung des Zaren ein. Rasputin nutzte die Protektion des Zarenhofes und verschaffte sich eine einflussreiche Stellung als Leibarzt des Thronfolgers.

Rasputins Einfluss auf die Zarenfamilie und sein Lebenswandel riefen vor allem in Kreisen konservativer Adliger Bestürzung hervor. Erst nachdem mehrere Attentatsversuche fehlgeschlagen waren, gelang es einer Hand voll Verschwörer, ihn in eine Falle zu locken und zu ermorden.

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