Otto Gerhard Prokop

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 29. September 1921 in St. Pölten (Österreich),
† 20.1.2009 in Kiel

Otto Gerhard Prokop gilt als bedeutender Gerichtsmediziner des 20. Jahrhunderts. 1921 in St. Pölten geboren, studierte er nach dem Abitur in Salzburg, Wien und Bonn Medizin.

Er schloss sein Studium 1948 mit dem Staatsexamen und der Promotion ab. 1953 habilitierte er sich für gerichtliche Medizin und hielt als Privatdozent Vorlesungen. Am 1. Februar 1957 folgte Prokop einem Ruf an die Humboldt-Universität nach Ostberlin, wo er bis 1987 als Direktor des Instituts für Gerichtliche Medizin erfolgreich wirkte. Nachfolger in seinem Amt wurde sein langjähriger Schüler Gunther Geserick (*1938).

Durch sein Wirken als Lehrstuhlinhaber des Ostberliner Instituts erlangte die forensische Medizin rasch nationale und internationale Anerkennung. Daneben nahm Prokop zeitweise die Aufgaben als Kommissarischer Direktor des Instituts für Gerichtliche Medizin und Kriminalistik in Leipzig wahr. Zu seinen umfangreichen Lehraufgaben gehörten unter anderem Vorlesungen für Studenten der Medizin, Zahnmedizin, Kriminalistik und Rechtswissenschaft. In den drei Jahrzehnten seines Wirkens hat Otto Prokop nicht nur maßgeblichen Einfluss auf den systematischen Ausbau der Gerichtsmedizin in ganz Deutschland ausgeübt, sondern auch eine eigene wissenschaftliche Schule hinterlassen.

Zu seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zählen zum Beispiel die Standardwerke Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, Atlas der gerichtlichen Medizin, Lehrbuch der menschlichen Blut- und Serumgruppen und Vademecum Gerichtsmedizin.

Otto Prokop hat zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten. Unter anderem ist er Ehrendoktor und Ehrenprofessor der Universitäten Leipzig, Szeged und Tokyo.

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