Charles Nicolle

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 21. September 1866 in Rouen
† 28. Februar 1936 in Paris

Der französische Arzt und Mikrobiologe Charles Nicolle erhielt im Jahr 1928 den Nobelpreis für Medizin/Physiologie für seine Arbeiten über Flecktyphus.

Charles Nicolle wurde am 21. September 1866 in Rouen/Frankreich geboren. Sein Vater, Eugénie Nicolle, war dort als Arzt in einem Krankenhaus tätig. Charles Nicolle verbrachte seine Kindheit und Schulzeit am Lycée Corneille in Rouen und machte dort 1884 sein Abitur.

Anschließend studierte Charles Nicolle drei Jahre an der Medizinischen Hochschule in Rouen, bis er seinem älteren Bruder Maurice, der in Paris an verschiedenen Kliniken arbeitete, folgte. In Paris setzte Charles Nicolle seine Studien in der Medizinischen Fakultät und am Pasteur Institut fort. Mit seinen Arbeiten über die sexuell übertragbare Krankheit weicher Schanker (Ulcus molle) promovierte Charles Nicolle 1893 zum Dr. med.

1895 heiratete er Alice Avice. Aus der Ehe gingen zwei Jungen hervor: Marcelle Nicolle (geb. 1896) und Pierre Nicolle (geb. 1898).

Kurz darauf kehrte Charles Nicolle nach Rouen zurück, wo er Mitglied der Medizinischen Fakultät wurde und im Jahr 1896 zum Direktor des "Bakteriologischen Labors" ernannt wurde. Hier verblieb er bis 1903, dem Jahr, in dem er zum Direktor des Pasteur Instituts in Tunis berufen wurde. Diese Position in Tunis besetzte Nicolle bis zu seinem Tod im Jahr 1936.

Nicolles Arbeiten halfen, zahlreiche Infektionskrankheiten zu erkennen und besser bekämpfen zu können. So entdeckte er die Mechanismen der Übertragung von Typhus und Flecktyphus und half damit während des Ersten (1914-1918) und Zweiten (1939-1945) Weltkriegs zur Entwicklung sinnvoller Präventionsstrategien gegen diese Erkrankungen. Auch Charles Nicolles Arbeiten über die durch die Sandmücke übertragene Leishmaniose waren bahnbrechend.

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