Daniel Nathans

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 30. Oktober 1928 in Wilmington (Delaware, USA)
† 16. November 1999 in Baltimore (Maryland, USA)

Daniel Nathans gehört zu den Avantgardisten der Molekulargenetik. Anfang der 1970er Jahre fand er bei seinen Forschungen über den Simian-Virus 40 (SV 40) ein Eiweiß, dass die Erbsubstanz DNA an bestimmten Stellen durchtrennen kann. Nathans erhielt dafür im Jahre 1978 zusammen mit seinen Kollegen, dem Schweizer Werner Arber (* 1929) und dem Amerikaner Hamilton O. Smith (* 1931), den Nobelpreis für Physiologie/Medizin. Mit der von Nathans gefundenen Technik, der "Entdeckung der Restriktionsenzyme und der Anwendung dieser Enzyme in der Molekulargenetik", können heute DNA-Moleküle unter anderem im Kampf gegen Erbkrankheiten gezielt "bearbeitet" und neu zusammengesetzt werden. Damit kann man die Zusammenhänge zwischen der Vererbung und den chemisch-physikalischen Eigenschaften der Gene erforschen und beschreiben.

Daniel Nathans war das jüngste von neun Kindern russischer Juden, die um 1900 in die USA eingewandert waren. Nathans besuchte die Schule in Delaware. Zusammen mit seinen Geschwistern besserte er schon früh den kargen Lebensunterhalt der Familie auf. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit biologischen Studien und chemischen Experimenten. Trotz einer entbehrungsreichen Jugend konnte Nathans die Hochschule besuchen und anschließend ab 1950 an den Universitäten von Delaware, Newark (Delaware) und an der Washington University in St. Louis (Missouri) Chemie, Medizin, Philosophie und Literatur studieren und 1954 zum Doktor der Medizin promovieren.

Von 1955 bis 1959 war Daniel Nathans in klinischen Abteilungen am Presbyterian Medical Center der Columbia-Universität in New York als Assistent tätig und anschließend bis zum Jahre 1962 am Rockefeller Institute for Medical Research der Rockefeller Universität in New York mit Forschungsvorhaben in der Mikrobiologischen Abteilung beschäftigt. Ab 1976 lehrte und forschte Nathans an der John Hopkins University School of Medicine in Baltimore, an der er 1972 Direktor des Instituts für Molekularbiologie und Genetik wurde.

1956 heiratete Nathans Joanne Gomberg, mit welcher er drei Söhne hatte. Nathans starb im Alter von 71 Jahren in Baltimore.

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