Otto Meyerhof

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 12. April 1884 in Hannover
† 6. Oktober 1951 in Philadelphia/USA

Otto Meyerhof wurde am 12. April 1884 als Sohn einer jüdischen Familie in Hannover geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er nach dem Umzug seiner Eltern in Berlin.

1903 legte Otto Meyerhof sein Abitur ab und studierte anschließend zunächst in Berlin, dann in Straßburg und Heidelberg Medizin. Sein Studium schloss er im Jahr 1909 mit der Promotion ab. Das Thema seiner Doktorarbeit lautete: Beiträge zur psychologischen Theorie der Geistesstörung.

Nach seiner Promotion widmete sich Otto Meyerhof einige Zeit der Psychologie und Philosophie, bis er im Jahr 1910 zur Biochemie fand. Bei dem Ordinarius für Innere Medizin in Heidelberg, Ludolf Krehl (1861-1927), wurde Meyerhof Assistent und begegnete hier dem Biochemiker, Physiologen und späteren Nobelpreisträger (1931) Otto Warburg (1883-1970). In Heidelberg lernte Otto Meyerhof die Mathematikstudentin und Malerin Hedwig Schallenberg kennen und lieben. Aus der 1914 geschlossenen Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.

1912 wechselte Otto Meyerhof an das Physiologische Institut der Universität von Kiel, wo er sich auch habilitierte. Dort wurde er im Jahr 1918 Professor für Physiologie.

1922 erhielt Otto Meyerhof gemeinsam mit Archibald Vivian Hill (1886-1977) den Nobelpreis für seine biophysikalischen Untersuchungen zur Umwandlung von Energie in Muskelgewebe. Auch später widmete sich Meyerhof der Bioenergetik der Muskeln, Stoffwechselprozessen und der Glykolyse.

Ab 1924 war Otto Meyerhof Direktor der Physiologischen Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, einem Vorläufer des heutigen Max-Planck-Instituts in Berlin. Diese Stellung hatte er bis 1929 inne. 1930 wurde Meyerhof als Professor an das neugegründete Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung nach Heidelberg berufen.

Aufgrund der Naziherrschaft in Deutschland emigrierte Otto Meyerhof im September 1938 über die Schweiz nach Paris und nach der Besetzung Frankreichs 1940 über Spanien und Portugal in die USA. In den USA erhielt er an der Pennsylvania-Universität in Philadelphia eine Stelle als Gastprofessor. Hier arbeitete Meyerhof bis zu seinem Tod. Er starb am 6. Oktober 1951 im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Rund 350 seiner insgesamt 440 Publikationen entstanden in den USA.

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