Maud Menten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 20. März 1879 in Port Lambton/Ontario (Kanada)
† 20. Juli 1960 Leamington/Ontario (Kanada)

Maud Menten wurde 1879 in Ontario in Kanada geboren. Sie begann ihr Medizinstudium an der Universität von Toronto und machte dort 1904 die Prüfung zum Bachelor of Arts und 1907 zum Bachelor of Medicine. In ihrer anschließenden Doktorarbeit erforschte sie die Verteilung von Chlorid in Nervenzellen und Nervenfasern und untersuchte im folgenden Jahr den Effekt von Radium auf Tumoren am Rockefeller Institute of Medical Research in New York. Schließlich erhielt sie als eine der ersten Kanadierinnen 1911 den Doktor für Medizin von der Universität Toronto.

1912 machte Maud Menten eine Forschungsreise an die Universität von Berlin und arbeitete für ein Jahr mit Leonor Michaelis. Mit ihm zusammen entwickelte sie die Michaelis-Menten-Gleichung, welche die Biochemie revolutionierte. Durch die Michaelis-Menten-Gleichung war es Wissenschaftlern erstmals möglich, die Kinetik biochemischer Reaktionen mathematisch zu beschreiben. Die Ergebnisse von Menten und Michaelis sind heute noch nach wie vor gültig und gehören zum Standard bei der Beschreibung des katalytischen Verhaltens von Proteinen. Die beiden Wissenschaftler legten damit auch den Grundstein für die industriell genutzte Biotechnologie.

Maud Menten ging schließlich zurück in die USA an die Universität von Chicago, wo sie 1916 ihren Doktor in Biochemie machte. 1923 hatte sie eine gesicherte Stelle als Dozentin an der Medical School of the University of Pittsburgh und stieg letztendlich 1949 mit 79 Jahren zur Professorin auf. Während ihrer Karriere in Pittsburgh war sie tatkräftig in Forschungsprogrammen aktiv und brachte es in dieser Zeit auf mehr als 70 Veröffentlichungen. 1950 ging sie in den Ruhestand und nahm bald darauf für eine kurze Zeit eine Stelle am Medical Institut of British Columbia in Kanada an.

Im Verlauf ihrer Forschungstätigkeit beschäftigte sich Maud Menten mit dem Blutzuckerspiegel, den Eigenschaften des Hämoglobins und der Funktion der Nieren. Ihre Leidenschaft für die Wissenschaften komplementierte sie durch ihr Studium der Sprachen, der Musik und den bildenden Künsten. Sie war eine anerkannte Malerin, deren Werke auf zahlreichen Kunstausstellungen gezeigt wurden. Sie spielte Klarinette und sprach sechs Sprachen. Maud Menten erkrankte im Laufe ihres Lebens an rheumatoider Arthritis, was vielen ihrer Aktivitäten enge Grenzen setzte. Im Juli 1960 verstarb sie im Alter von 81 Jahren in ihrer Heimat Kanada in Leamington.

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