Gregor Johann Mendel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 22. Juli 1822 in Heinzendorf (Mähren; Österreich)
† 6. Januar 1884 in Brünn (heute Tschechische Republik)

Der Augustiner-Pater Gregor Mendel stellte die grundlegenden Regeln der Vererbung auf, stieß aber seinerzeit auf Unverständnis und Desinteresse. Erst als die Botaniker Carl Erich Correns (1864-1933), Erich Tschermak Edler von Seysenegg (1871-1962) und Hugo de Vries (1848-1935) um 1900 unabhängig voneinander im Zuge ihrer Arbeiten über Zellforschungen die in Vergessenheit geratenen Vererbungsgesetze Mendels neu entdeckten und ihre Bedeutung für die Humangenetik erkannten, wurde klar, was Gregor Mendel Grundlegendes geleistet hatte. Jetzt erst erfuhren seine Untersuchungen die verdiente Würdigung der Vererbungswissenschaft und wurden als "mendelsche Gesetze" allgemein bekannt.

Gregor Mendel trat 1843 in das Augustiner-Kloster St. Martin in Altbrünn ein und studierte von 1844 bis 1848 an der Brünner Theologischen Lehranstalt. Er wurde 1847 zum Priester geweiht und arbeitete nach einem weiteren Studium der Naturwissenschaften in Wien mehrere Jahre lang als Lehrer für Mathematik, Griechisch und Naturkunde an der Staats-Realschule in Brünn.

Seine später berühmt gewordenen Kreuzungsversuche mit verschiedenen Speiseerbsen- und Bohnensorten machte er im Garten des Klosters ab dem Jahr 1854. Im Jahre 1862 hatte er mit anderen Naturforschern der Gegend den "Naturforscher-Verein Brünn" gegründet, in dem er 1865 seine Versuche erstmals einem breiteren Publikum vortrug. Mit Hilfe dieses Vereins veröffentlichte er 1866 seinen Aufsatz "Versuche über Pflanzenhybriden", in dem er seine Ergebnisse der modernen Vererbungslehre zusammengefasst hatte. Doch der Artikel fand in der wissenschaftlichen Welt keine Beachtung. Im Jahre 1868 wurde Gregor Mendel Abt des Klosters. Er schrieb 1869 noch einen Aufsatz "Über einige aus künstlicher Befruchtung gewonnenen Hieracium-Bastarde". Danach gab er seine Forschungen zur Vererbung auf und konzentrierte sich ganz auf sein geistliches Amt.

Die Ergebnisse der mendelschen Arbeiten sind die "mendelschen Gesetze", die

Bei seinen Kreuzungsversuchen an Erbsen und Bohnen beschränkte sich Gregor Mendel auf die Beobachtung einiger weniger, klar abgrenzbarer Merkmalspaare, beispielsweise "rund", "vieleckig", "oval" oder "weißblütig" oder "rotblütig". Die Tatsache, dass zum Beispiel aus einer ersten Generation weißblütiger Erbsen in der Folgegeneration 25 Prozent rotblütige hervorgingen, war ein erster Hinweis auf einen heute als "rezessiv" bezeichneten Erbgang. Alle bei seinen Kreuzungsversuchen gewonnenen Samen verwendete er vollzählig wiederum zur Weiterzucht. Die Merkmale der aus den Befruchtungen resultierenden Bastardpflanzen wertete er quantitativ-statistisch aus. Aus der folgenden mathematischen Analyse leitete er noch heute gültige Gesetzmäßigkeiten ab. Gregor Mendel wird zu Recht als der "Begründer der Vererbungslehre" genannt.

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