Richard Freiherr von Krafft-Ebing

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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*4. August 1840 in Mannheim

† 22. Dezember 1902 in Graz / Österreich

Richard Freiherr von Krafft-Ebing ist vor allem durch die Erfindung der Begriffe Sadismus und Masochismus in die popularwissenschaftliche Diskussion eingegangen. In seinem bekanntesten Monumentalwerk von 1886, der Psychopathia Sexualis, begann von Krafft-Ebing mit einer systematischen Einteilung bestimmter sexueller Vorlieben als Krankheitsbilder. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 25 Bücher und mehrere hundert wissenschaftliche Monografien.

Richard Freiherr von Krafft-Ebing gilt als eigentlicher Begründer der modernen Sexualpathologie und besaß eine prägende Wirkung auf Wissenschaft und Forschung. Er kann weiterhin als der Schrittmacher der zu seinen Lebzeiten noch wenig anerkannten Disziplin der Psychiatrie gerechnet werden. Von Krafft-Ebing galt als einer der führenden Köpfe der "Wiener Medizinischen Schule".

Krafft-Ebing wurde als Sohn des badischen Justizbeamten Friedrich von Krafft-Ebing in Mannheim geboren. Seine Mutter Klara Antonia (1820-1855) war die Tochter des liberalen Frankfurter Politikers und Parlamentsabgeordneten Karl Josef Anton Mittermaier (1787-1867). Richard Freiherr von Krafft-Ebing studierte in Heidelberg Medizin und promovierte dort im Jahr 1863 zum Dr. med. mit dem Thema "Sinnesdelirium". Danach ging Krafft-Ebing zu weiteren Studien an die Universitäten von Zürich, Wien, Prag und Berlin.

Ab 1864 wurde Krafft-Ebing Assistenzarzt an einer Nervenheilanstalt in Baden-Baden. Dort blieb er bis zum Jahr 1868. Nach seinem Ausscheiden aus der Anstalt eröffnete er in Baden-Baden eine Praxis als Nervenarzt. Wegen des deutsch-französischen Kriegs von 1871/1872 musste Krafft-Ebing diesen Werdegang unterbrechen.

Bereits im Alter von 32 Jahren, also 1872, wurde Richard Freiherr von Krafft-Ebing außerplanmäßiger Professor an der Universität von Straßburg. Ein Jahr später, im Jahr 1873, wechselte er als Direktor zur Steiermarkischen Landesirrenanstalt Feldhof bei Graz in Österreich. Im Jahr 1889 erhielt Richard Freiherr von Krafft-Ebing einen Ruf nach Wien und übernahm dort die Leitung der I. Psychiatrisch-Neurologischen Klinik sowie im Jahre 1892 auch die der II. Psychiatrisch-Neurologischen Klinik. An dieser Klinik verblieb Krafft-Ebing bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1902 im Alter von 62 Jahren. Im selben Jahr verstarb Richard Freiherr von Krafft-Ebing in Graz in der Steiermark. Bereits im Jahr 1908 wurde ihm zu Ehren eine Marmorbüste im Akademiehof der Universität von Wien aufgestellt.

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