Friedrich Janus

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 5. März 1875 in Ernsdorf bei Reichenbach (Schlesien)

† 8. April 1952 (London)

Friedrich Janus war ein bedeutender Entwickler auf dem Gebiet der Röntgentechnik. Er leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Hochspannungs-Gleichrichterapparate und ermöglichte damit die Tiefentherapie der 1920er bis 1940er Jahre mittels Röntgenröhren. Damit beeinflusste Janus' Arbeit letztlich maßgeblich die Entwicklung der Strahlentherapie.

Friedrich Janus war gelernter Mechaniker und Leiter einer Werkstatt für elektrische Apparate. Im Rahmen seiner späteren Arbeit für die AEG in Berlin konstruierte Friedrich Janus seinen ersten Drehfeld-Fernanzeiger für den Schiffseinsatz und wurde dafür mit der Leitung der Messinstrumente- und Apparateabteilung betraut.

1901 übernahm Friedrich Janus in Erlangen den Aufbau und die Leitung einer Röntgenabteilung und lernte hier auch die von Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entdeckten ionisierenden Strahlen kennen. Von nun an widmete sich Friedrich Janus vor allem dem Problems der Erzeugung hoher und stabiler Gleichspannungen, die für den Einsatz von Röntgenröhren in der Diagnostik und Therapie nötig sind.

Ab 1920 war Friedrich Janus Chefkonstrukteur und Leiter der Röntgen-Entwicklungslaboratorien der Firma Reiniger, Gebbert & Schall. In dieser Zeit entwickelte er den Hochspannungs-Gleichrichterapparat, den die Siemens-Reiniger-Werke ab 1922 serienmäßig produzierten und damit die Tiefentherapie mit Röntgenröhren begründeten.

1924 übernahm Friedrich Janus die Leitung der Medizinischen Werkstätten in München, deren Alleininhaber er 1941 wurde. Im Verlauf des Zeiten Weltkriegs verlor Janus den Betrieb, gründete ihn jedoch Mitte 1944 in Landau an der Isar neu.

Neben dem Hochspannungserzeuger entwickelte Friedrich Janus zum Beispiel ein bis in die 1970er Jahre verwendetes Dosimeter. Janus veröffentlichete etwa 90 Fachpublikationen und einige philosophische Abhandlungen. Er war Ehrenmitglied der Bayeri­schen Röntgenvereinigung, korrespondierendes Mitglied der Deutschen Röntgengesellschaft, Inhaber der ersten Röntgen-Plakette und Ehrenbürger der Stadt Landau. Er starb aufgrund von Strahlenschäden, die er sich bei seinen frühen Experimenten mit Röntgenstrahlen zugezogen hatte.

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