H. Robert Horvitz

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 8. Mai 1947 in den USA

Robert Horvitz erhielt im Jahr 2002 gemeinsam mit den Forschern Sidney Brenner (*1927) und Sir John E. Sulston (*1942) den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie. Das Trio wurde für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der "genetischen Regulierung der Organentwicklung und des programmierten Zellsterbens" geehrt. Brenner und seinen Kollegen gelang es, mit ihren Untersuchungen am Fadenwurm Caenorhabditis elegans wichtige Gene zu identifizieren, die für die Regulation von Organentwicklung und programmiertem Zelltod (Apoptose) verantwortlich sind. Auch bei höher entwickelten Organismen – einschließlich des Menschen – konnten diese Gene nachgewiesen werden. Robert Horvitz identifizierte und charakterisierte die Gene, die das programmierte Zellsterben bei diesem Fadenwurm steuern. Er wies das Zusammenwirken der Erbmerkmale im Sterbeprozess nach und zeigte, dass auch der Mensch über entsprechende Gene verfügt.

Der programmierte Zelltod ist ein genetisch angelegter, lebenswichtiger Mechanismus, welcher die Abtötung der Zellen initiiert und ist somit eine Grundvoraussetzung für das Leben, denn er stellt sicher, dass überzählige oder geschädigte Zellen sich selbst töten, bevor sie im Organismus Unheil anrichten. Funktioniert diese Kontrolle nicht, können sich Zellen unentwegt teilen – Krebs, Autoimmunerkrankungen und andere Krankheiten sind die Folge. Bei Schlaganfall und Herzinfarkt hingegen ist im Gegensatz dazu übermäßiger Zelluntergang zu beobachten. Damit ist dieses Wissen um Entwicklung und Tod von Zellen ein grundlegender Bestandteil für das Verständnis von Krankheiten.

Robert Horvitz studierte an der Harvard-Universität Biologie, ging 1978 als Assistent an die Biologische Abteilung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) im US-amerikanischen Cambridge und wurde hier 1986 Professor der Biologie.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen Horvitz' gehören neben dem Medizin-Nobelpreis unter anderem der Spencer-Preis (1986), die Aufnahme in die U.S. National Academy of Sciences (1991), der Ciba-Drew-Preis (1996), der Paul-Ehrlich und Ludwig-Darmstädter-Preis (2000) sowie die Genetics Society of America Medal (2001).

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