Guido Fanconi

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 1. Januar 1892 in Poschiavo (Graubünden, Schweiz)
† 10. Oktober 1979 in Zürich

Guido Fanconi führte die biochemische Forschung in die klinische Praxis ein und gilt als einer der bedeutendsten Kinderärzte des 20. Jahrhunderts. Fanconi entdeckte die Vitamin D abhängige Rachitis, er beschrieb die komplexe Insuffizienz des proximalen Nierentubus, die konstitutionelle Blutarmut und die Zystische Fibrose (Mukoviszidose). Darüber hinaus vermutete er als Erster, dass bei Mongolismus eine Chromosomenabweichung zugrunde liegt.

Guido Fanconi besuchte die Schule in Schiers in der deutschen Schweiz, studierte anschließend in Lausanne, München, Bern und Zürich Medizin, wurde im Jahre 1918 approbiert und zum Doktor der Medizin promoviert. Danach war er zunächst am Pathologischen Institut der Universität Zürich tätig. Anschließend arbeitete er am physiologischen Institut der Universität Bern und in der Kinderklinik in Zürich tätig. 1922 ging Fanconi nach Halle zu dem Physiologen und Biochemiker Emil Abderhalden (1877-1950), um bei ihm biochemische Methoden zu erlernen, die er nach seiner Rückkehr nach Zürich in die klinische Arbeit einfließen ließ.

1926 habilitierte sich Fanconi für Kinderheilkunde und wurde 1929 zum Direktor der Kinderheilkunde an der Universität Zürich gewählt, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1962 innehatte. Guido Fanconi war vielfacher Ehrendoktor europäischer und US-amerikanischer Universitäten sowie Ehrenmitglied vieler pädiatrischer Gesellschaften.

1935 hatte Fanconi "Das Coeliakiesyndrom bei angeborener zystischer Pankreasfibromatose" beschrieben. Damit wurde erstmals das wichtige Krankheitsbild der Kinderheilkunde dargestellt, das heute allgemein als "Mukoviszidose" bezeichnet wird. Dieses "sehr häufige Leiden" ist erstmals "nach der gewaltigen Abnahme der Säuglingssterblichkeit, d.h. nach der Ausschaltung vieler ähnlicher exogener Leiden, in seiner Bedeutung als genetische Krankheit erkannt worden", schrieb Fanconi.

Fanconis Namen ist mit einer Reihe weiterer, meist erblicher Störungen verknüpft. Hierzu gehören etwa die nach ihm benannte konstitutionelle Blutarmut ("Fanconi-Anämie"), welche er bereits 1927 beschrieb, die erblichen Störung des Aminosäuretransports mit schwerer Verlaufsform ("Fanconi-Abderhalten-Syndrom"), die subakute pseudosyphillitische Bronchopneumonie ("Fanconi-Hegglin-Syndrom"), die chronische idiopathische Hyperkalzämie mit Osteosklerose ("Fanconi-Schlesinger-Syndrom") und die Stoffwechselstörung des anorganischen Phosphats ("Fanconi-Typ").

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