Günter Blobel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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* 21. Mai 1936 in Waltersdorf (Schlesien)

Günther Blobel erhielt 1999 den Nobelpreis für Medizin für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der molekularbiologischen Grundlagen der menschlichen Zelle. So hat Blobel entdeckt, dass neugebildete Proteine (Eiweiße) eine Art Adresse besitzen, mit der sie ihren Wirkort in der Zelle finden. Diese Prinzipien zellulärer Transportprozesse tragen unter anderem zum besseren und tieferen Verständnis bestimmter Erkrankungen bei. Damit eröffnen sich neue und bessere Ansätze für medizinische Behandlungsmethoden.

Günter Blobel wurde in Schlesien geboren und ist 1945 mit seiner Familie nach Freiberg in Sachsen geflüchtet. Vor dem Mauerbau zog Blobel aus Ostdeutschland nach Frankfurt/Main. Er begann hier sein Medizinstudium, was er in München, Kiel und Freiburg fortsetzte und schließlich in Tübingen 1960 mit der Promotion abschloss. Blobel entschied sich gegen eine Tätigkeit als praktischer Arzt, da er sich der Wissenschaft und den ungelösten Problemen der Medizin widmen wollte.

Im Jahre 1967 emigrierte Blobel in die USA, wo er an der Rockefeller Universität von New York seine wissenschaftliche Heimat fand. In Deutschland war Blobel bis zur Verleihung des Nobelpreises relativ unbekannt, in den USA dagegen zählte er schon lange zu den bedeutendsten Vertretern seines Fachs. Blobel hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, so zum Beispiel den Max-Planck Forschungspreis im Jahre 1992. Günter Blobel ist mit der Kunsthistorikerin Laura Maioglio verheiratet.

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