Ernst von Bergmann

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Anzeige

* 16. Dezember 1836 in Riga / heutiges Lettland
† 25. März 1907 in Wiesbaden

Ernst von Bergmann gilt als einer der ganz großen Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Neuerungen der praktischen Chirurgie wurden aufgrund seiner Aktivitäten zum Nutzen der Menschen in die Chirurgie eingeführt. Vor allem bezeichnet man ihn aufgrund seiner Erfolge auf dem Gebiet der Wundinfektion, etwa durch die so genannte Dampfsterilisation, als "Vater der Asepsis". Er gilt auch als einer der Wegbereiter der Hirnchirurgie. Seine Schwerpunkte waren außerdem Krebsoperationen, die Kehlkopfchirurgie sowie die Hauttransplantation.

Ernst von Bergmann wurde am 16. Dezember 1836 in Riga, der heutigen Hauptstadt von Lettland, geboren. Sein Vater, der als Pastor tätig war, sorgte dafür, dass von Bergmann seine Schulbildung an der humanistischen Lehranstalt in Birkenruh bei Wenden erhielt. Nach dem Abitur studierte er ab 1854 in Dorpat Medizin. Sein Studium schloss Bergmann im Jahr 1860 mit der Promotion zum Dr. med. ab.

Kurz darauf trat er eine Stelle als Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik in Dorpat an und habilitierte sich dort im Fach Chirurgie bei Georg von Adelmann (1811-1888) und G. von Öttingen. Von Bergmann verblieb an der Klinik als Privatdozent und Oberarzt bis zum Jahr 1871. Danach trat er die Nachfolge seines früheren Chefs, von Adelmann, als ordentlicher Professor an. Während seiner Zeit als Privatdozent unternahm von Bergmann eine Reihe von Studienreisen nach Königsberg, Breslau, Wien, Heidelberg, Hannover, Leipzig und nach Berlin. Im Jahr 1878 nahm er einen Lehrstuhl für das Fach Chirurgie an der Universität in Würzburg an und verblieb dort vier Jahre, bis er an der Berliner Chrité im Jahr 1882 den Lehrstuhl des emeritierten Bernhard von Langenbeck (1810-1887) übernahm.

Von Bergmann hatte nicht zuletzt große Erfahrungen als Arzt und Kriegschirurg in dem Preußisch-Österreichischen Krieg (1866), dem Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) und dem Russisch-Türkischen Krieg (1877) sammeln können und dort bei der Behandlung der teilweise Schwerverletzten zahlreiche Neuerungen eingeführt.

Nach einem erfüllten Leben verstarb von Bergmann am 25. März des Jahrs 1907 in Wiesbaden.

Anzeige