Weibliche Sexualität ab 45

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Wie wir unsere Sexualität ausleben, hat mit vielen Aspekten zu tun. Etwa ob das Elternhaus eher konservativ oder offen eingestellt war. Oder welche Erfahrungen man in seinem bisherigen Leben mit Sexualität und Partnerschaft gemacht hat. Doch ändert sich die weibliche Sexualität im Alter? Frauen ab 45 stehen schließlich erhebliche Veränderungen bevor.

Früher glaubte man, dass die weibliche Sexualität ab 45 – oder spätestens mit der letzten Regelblutung (sog. Menopause), die im Durchschnitt um das 50. Lebensjahr eintritt – unaufhaltsam nachlässt. Doch in Wirklichkeit können Frauen ebenso wie Männer bis ins hohe Alter sexuell aktiv sein – auch, wenn sie keine Kinder mehr bekommen können: Verglichen mit anderen Körperfunktionen altern die sexuellen Funktionen des Menschen nur langsam.

Auch Umfragen zeigen, dass das Sexualleben mit dem Eintritt in die Wechseljahre mitnichten schlagartig aufhört. Im Gegenteil: Für viele Frauen ist die weibliche Sexualität ab 45 sehr wichtig und die Menopause in dieser Hinsicht eine Art Befreiung für die eigenen sexuellen Bedürfnisse. Eine Befreiung von den mit der Regel verbundenen Beschwerden und Hygienemaßnahmen und davon, immer an eine mögliche Schwangerschaft und Verhütung denken zu müssen.

Die Sexualität der Frau hört mit dem Älterwerden also nicht einfach auf. Auch wenn die Hormonumstellungen in den Wechseljahren Einflüsse auf das Sexualleben haben können, so haben Frauen dennoch bis ins hohe Alter sexuelle Interessen und Bedürfnisse. Das sexuelle Leben bleibt genuss- und orgasmusfähig. Der Sexualtrieb (Libido) erreicht sein Maximum bei Frauen zwar meist um die 30, bleibt aber dann mehr oder weniger unverändert bis über die Wechseljahre hinaus bestehen und lässt in der Regel erst im höheren Alter leicht nach.

Dennoch ist es in unserer Gesellschaft nach wie vor üblich, alternde Männer und Frauen mit zweierlei Maß zu messen: Graue Haare und Falten gelten bei älteren Männern im Allgemeinen als Zeichen für Reife und tun der Attraktivität eines Mannes nicht zwangsläufig einen Abbruch. Bei Frauen hingegen nehmen viele Menschen Falten und graue Haare schnell als unattraktiv wahr. "Attraktiv sein" wird bei Frauen in der Regel auch immer mit Jugend gleichgesetzt.

Ob ältere Frauen das eigene Sexualleben als befriedigend empfinden, hängt von vielen Aspekten ab. Vor allem jedoch von der Qualität der gelebten Partnerschaft – jetzt und in der Vergangenheit. Dabei ist es mit zunehmendem Alter für viele Frauen weniger wichtig, wie oft sie Geschlechtsverkehr haben. Die Qualität und Zärtlichkeit sexueller Begegnungen gewinnt dagegen mehr an Bedeutung.

Wer vor den Wechseljahren ein erfülltes und freudvolles Sexualleben hatte, für den wird sich aller Voraussicht nach auch danach lange nichts ändern.

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