Wunder Herzmuskel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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"Das Herz schlägt mir bis zum Hals!", "Mir rutscht das Herz in die Hose.", "Er nimmt sich die Sache zu Herzen." Die vielen Redewendungen rund um das Herz zeigen, dass das Organ eine große Rolle für den Menschen spielt. Umgangssprachlich bezeichnen manche Menschen das Herz auch als "Pumpe". Damit umschreiben sie die Hauptaufgabe des Herzens bereits sehr gut.

Motor des Lebens

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, das sich rhythmisch zusammenzieht. Durch diesen Mechanismus wird Blut durch den gesamten Körper gepumpt. Organe, Gewebe und Zellen werden so mit Sauerstoff versorgt und Abfallstoffe wie Kohlendioxid mit dem Blut abtransportiert. Mit nur einem einzigen Herzschlag pumpt das Herz rund 70 Milliliter Blut in die Adern. Innerhalb einer Stunde werden so etwa 300 Liter Blut durch den Körper befördert. Eine mit Muskeln durchzogene Scheidewand, das Septum, trennt das Herz in zwei Pumpsysteme auf: die rechte und die linke Herzhälfte. Jede Herzhälfte setzt sich aus einem Vorhof (Atrium) und einer Herzkammer (Ventrikel) zusammen.

Ein starkes Team: Rechte und linke Herzkammer

Im Wesentlichen versorgen zwei Kreisläufe den gesamten Körper mit Blut: der Lungenkreislauf und der Körperkreislauf, wobei im Körperkreislauf ein größerer Druck in den Blutgefäßen herrscht als im Lungenkreislauf. Beide Kreisläufe funktionieren nur gemeinsam und laufen parallel zueinander ab.

Über den Körperkreislauf gelangt sauerstoff- und nährstoffreiches Blut vom Herzen in die Hauptschlagader (Aorta) und von dort aus in alle Bereiche des Körpers. Den Pumpmechanismus übernimmt dabei die linke Herzkammer. Für den Lungenkreislauf hingegen ist die rechte Herzkammer zuständig. Nachdem das "verbrauchte", sauerstoffarme Blut über die Venen wieder zurück zum Herzen geflossen ist, pumpt die rechte Herzkammer es über den Lungenkreislauf zurück in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff versorgt wird.

Ausgeklügeltes System

Die linke Herzkammer ist wesentlich kräftiger als die rechte, da von hier aus das Blut in den Körperkreislauf gepumpt wird. Um zu verhindern, dass das Blut zwischen zwei Pumpstößen zurückfließt, befinden sich zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern sowie zwischen Herzkammern und abführenden Arterien verschiedene Arten von Herzklappen.

Die sogenannten Klappensegel oder Segelklappen bieten zum Beispiel in Fließrichtung des Blutstroms keinen Widerstand, sondern werden vom Blutstrom einfach an die Wand gedrückt. Droht das Blut dann unmittelbar nach dem Pumpvorgang des Herzmuskels gegen den Blutstrom zurückzufließen, schließen sich die Segelklappen, indem sie umklappen und gegeneinander gepresst werden. Sie schließen damit das Blutgefäß ab, sodass kein Blut in die Gegenrichtung fließen kann.

Tag und Nacht, Sekunde für Sekunde ist das Herz im Einsatz: eine Höchstleistung, der man sich meist gar nicht bewusst ist.

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2016)

Zilles, K., Tillmann, B: Anatomie. Springer, Berlin 2010

Stand: 8. Januar 2016

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