Symmetrie des Körpers

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

iStock
Anzeige

Symmetrie findet sich überall in der Natur wieder. Auch der Körper des Menschen ist symmetrisch angelegt, vom Kopf über die paarigen, vom Rückenmark ausgehenden Nervenleitbahnen bis zu den Zehenspitzen.

Das Grundmuster, auf dem der menschliche Körperbau basiert, ist uralt: Die ersten Tiere, die äußerlich aus zwei spiegelbildlichen Hälften bestanden, entstanden vor vielen Millionen Jahren. Biologen bezeichnen solche bilateralsymmetrisch gebauten Tiere, zu denen sie auch den Menschen zählen, als Bilateria (lat. bis = zwei, latus = Seite). Durch ihren Körperbau konnten sich Bilateria leichter zielgerichtet fortbewegen, was beispielsweise für eine aktive Nahrungssuche vorteilhaft war.

Symmetrie und Attraktivität

Wie seit Längerem bekannt ist, empfinden Menschen Symmetrie als schön und angenehm: Männer und Frauen schätzen symmetrische Gesichter gleichermaßen als attraktiv ein.

Doch nicht nur gleichmäßige Gesichtszüge bekommen eine positive Bewertung, sondern auch der Rest des Körpers: Der menschliche Körper wirkt umso anziehender, je symmetrischer er ist. Darüber hinaus finden Frauen männliche Körper attraktiver, wenn diese männlich wirkende Eigenschaften besitzen – wie breite Schultern, eine höhere Körpergröße, ein größeres Körpervolumen und kürzere Beine. Umgekehrt finden Männer solche Frauen attraktiver, bei denen diese männlichen Merkmale schwächer ausgeprägt sind.

Die Erbanlage im Blick

Dass ein symmetrischer Körper mit gleichmäßigen Gesichtszügen gut ankommt, hat sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte ergeben. Der Theorie nach ließ ein symmetrischer Körper unsere Vorfahren auf eine gute Erbanlage schließen: Eine hohe Körpersymmetrie sprach dafür, dass die betrachtete Person ein gut funktionierendes Immunsystem besitzt – also gesund ist –, über einen ausgeglichenen Hormonhaushalt verfügt und eine erfolgreiche Fortpflanzung verspricht. Ungleich ausgeprägte Gesichtshälften hingegen könnte für unsere Vorfahren zum Beispiel ein Zeichen für eine Erkrankung gewesen sein.

Daher wurden Menschen mit größerer Körpersymmetrie bei der Partnerwahl klar bevorzugt. Denn es galt als wahrscheinlicher, mit ihnen gesunde Nachkommen zu zeugen. Diese Auslese führte nicht nur dazu, dass im Laufe der Jahrtausende die symmetrischen Eigenschaften erhalten blieben, sondern erklärt auch, dass wir heute noch Symmetrie mit positiven Eigenschaften gleichsetzen und als angenehm empfinden.

Quellen:

Munk, K. (Hrsg.): Zoologie. Thieme, Stuttgart 2010

Brown, W.M., et al.: Fluctuating asymmetry and preferences for sex-typical bodily characteristics. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), Vol. 105, Nr. 35, pp. 12938–12943 (02.09.2008)

Little, A.C., et al.: Evidence against perceptual bias views for symmetry preferences in human faces. Proceedings of the Royal Society B. Vol. 270, pp. 1759–1763, Online-Publikation (25.07.2003)

Stand: 4. Mai 2016

Anzeige