Kindersicherheit im Auto

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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Die Zahlen stimmen nachdenklich: 135 Kinder waren im Saarland alleine im August nicht richtig im Auto gesichert. Innerhalb einer Woche waren 27 Kinder in kontrollierten Autos in Osnabrück nicht oder nicht richtig angeschnallt. Rund 10.000 Kinder, die im Auto mitfahren, werden jährlich in Deutschland bei Unfällen verletzt oder getötet.  

Trotz dieser Zahlen hört man immer wieder Aussagen wie: "Wir haben damals auch ohne den ganzen Schnickschnack überlebt." "Ich kann die Kinder doch nicht permanent angeschnallt lassen." Und kürzlich sorgte eine Familie für Schlagzeilen, die ihren Zweijährigen während der Fahrt auf der Autobahn auf der Hutablage schlafen ließ.

Kinder werden aber nicht nur aufgrund einer solch nachlässigen Einstellung ungenügend gesichert. Viele Eltern oder andere Aufsichtspersonen wissen es schlicht nicht besser oder bedienen die für Kinder nötigen Rückhaltesysteme falsch.

Tatsächlich hat sich die Zahl der im Verkehr verletzten und getöteten Kinder von 1990 bis 2016 mehr als halbiert. Doch noch immer werden jährlich zu viele Kinder verletzt oder sterben, weil sie im Auto nicht ausreichend gesichert waren. Dabei ist es so einfach, Kinder im Auto richtig mitfahren zu lassen.

Was kann passieren, wenn das Kind nicht richtig gesichert ist?

Das müssen Sie beachten (Rechtliches)

Wenn das Kind nach dem 12. Lebensjahr noch kleiner als 1,50 Meter ist, wird eine Sitzerhöhung empfohlen, ist aber nicht mehr Pflicht.

Das sollten Sie beachten (Tipps)

Einige Dinge bezüglich der Kindersicherung im Auto sind rechtlich vorgegeben. Andere sind dringend empfehlenswert. Dazu gehört beispielsweise, dass Sie den richtigen Kindersitz für Ihr Kind verwenden. Dabei sollten Sie auf Folgendes achten:

Neben dem richtigen Sitz gibt es aber noch ein paar andere Dinge, auf die Sie achten sollten, wenn Sie mit Kind Auto fahren:

Ob das Kind im Sitz oder, wenn es älter als 12 Jahre oder größer als 1,50 Meter ist, nur mit dem Gurt gesichert ist – der Gurt muss tief am Beckenknochen sitzen und nicht zu nah am Hals:

  • Rutscht der Gurt in den Bauchbereich, kann ein Unfall schwere innere Verletzungen verursachen.
  • Sitzt der Gurt zu nah am Hals, kann er dort Abschürfungen verursachen oder das Kind strangulieren.

Dreipunktgurte müssen daher bei Kindersitzen immer durch die vorgesehenen Gurtführungen verlaufen. Hosenträgergurte müssen stramm sitzen und an die Größe des Kindes angepasst werden.

Weitere Informationen

Linktipps:

ADAC-Test Kindersitze 2017

ADAC Sicher im Auto

Bußgeldkatalog 2017

Quellen:

Online-Informationen des ADAC: www.adac.de (Abrufdatum: 18.9.2017)

Online-Informationen des Bußgeld-Katalogs: www.bussgeld-info.de (Abrufdatum: 18.9.2017)

Polizeidirektion Osnabrück verzeichnet Hunderte Verstöße. Online-Pressemitteilung der Osnabrücker Zeitung: www.noz.de (18.9.2017)

135 Kinder auf dem Schulweg nicht sicher im Auto. Online-Pressemitteilung der Saarbrücker Zeitung: www.saarbruecker-zeitung.de (12.9.2017)

Eltern lassen zweijähriges Kind ungesichert auf Hutablage schlafen. Online-Pressemitteilung des Kölner Stadtanzeigers: www.ksta.de (12.9.2017)

Kinderunfälle im Straßenverkehr 2016. Statistisches Bundesamt (Destatis): www.destatis.de (16.8.2017)

Die richtige Kindersicherung. Broschüre des ADAC e.V., München 2017

Straßenverkehrsordnung (StVO) vom 6. März 2013 (BGBl. I S. 367), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 18. Mai 2017 (BGBl. I S. 1282)

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