Die Haut – Sinnesorgan und Ökosystem

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die Haut ist das größte Organ des Menschen und erfüllt zahlreiche Funktionen. Sie grenzt den menschlichen Körper von der Umwelt ab und verbindet ihn gleichermaßen mit ihr.

Die Haut begrenzt den menschlichen Körper und umhüllt ihn vollkommen, gibt ihm sozusagen Struktur. Sie bietet Schutz vor Verletzungen, Krankheitserregern, Feuchtigkeit und vielem mehr. So schützt die Haut zum Beispiel – in gewissen Maßen – vor Sonnenlicht und produziert gleichzeitig dank des Sonnenlichts das einzige Vitamin, das der Körper selbst herstellen kann: Vitamin D.

Feinsinnige Strukturvielfalt

Die Struktur der Haut ist extrem vielfältig. An manchen Stellen ist sie sehr dick und eher hart, zum Beispiel an den Fußsohlen, an andern beinah hauchdünn. Die Haut des Augenlids etwa ist nur 0,5 Millimeter dick. Die Haut an den Handflächen dagegen besitzt spezielle Strukturen, die das Greifen erleichtern.

Die Haut mit ihren Anhängseln wie Haaren, Finger- und Zehennägeln ist außerdem etwas Sinnliches, das zum Teil auch bestimmt, wie schön man von anderen empfunden wird. Der Tastsinn wiederum macht es möglich, dass das Berühren eines geliebten Menschen oder das Berührtwerden ein unvergessliches Erlebnis ist. Denn die Haut ist übersät mit zahllosen Rezeptoren, die Berührungen, aber auch Schmerz, Temperatur oder die Stellung einzelner Haare registrieren.

Planet Mensch

Die Haut ist zudem ein individueller Mikrokosmos, ein Ökosystem das von einer Vielzahl verschiedenster Mikroorganismen besiedelt wird. Diese Lebewesen, die unsere Hautflora ausmachen, nennt man auch Kommensalen oder Mutuale. In der Regel stören sie nicht, sondern sind sogar für den Aufbau einer gesunden Hautflora erforderlich. Die Zahl kann dabei von Mensch zu Mensch stark variieren. Durchschnittlich befinden sich jedoch 10 Milliarden Mikroorganismen auf unserer Körperoberfläche. Zum Vergleich: Die Weltbevölkerung beläuft sich auf "nur" etwa 7,3 Milliarden Menschen. So gesehen ist jeder Mensch sein eigenes kleines Universum.

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: www.weltbevoelkerung.de (Abrufdatum: 8.1.2016)

Kayser, F. H., et al.: Medizinische Mikrobiologie, Thieme, Stuttgart 2010

Schiebler, T. H., Korf, H.-W.: Anatomie. Steinkopff Verlag, Heidelberg 2007

Tsiaras, A.: Wunder Mensch, Droemer Verlag, München 2005

Stand: 8. Januar 2016

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