Das Großhirn: Ein wahres Multitalent

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Das Großhirn stellt den größten und am höchsten entwickelten Teil des Gehirns dar – es umfasst 80 Prozent der Hirnmasse. Kein Wunder, dass dieses Hirnareal wichtige Funktionen erfüllt: Ohne Großhirn wären wir nicht in der Lage, Informationen zu verarbeiten und entsprechend zu reagieren.

Das Großhirn wird auch als das Telencephalon, Endhirn oder Cerebrum bezeichnet. Ob Gedächtnis und Lernen, Vernunft oder auch Gefühle – all diese komplexen Prozesse werden im Großhirn verarbeitet und in (motorisches) Handeln umgesetzt, zum Beispiel in Sprechen und Schreiben. Verschiedene Bereiche des Großhirns übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben.

Zentrum der Informationsverarbeitung

Ein wahres Multitalent – so könnte man das Großhirn beschreiben: Sämtliche Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane aus der Umwelt aufnehmen oder die uns der Körper signalisiert, werden hier aufgenommen und verarbeitet. So bekommt ein mit den Augen wahrgenommener Gegenstand erst durch die Verarbeitung im Großhirn auch tatsächlich eine Bedeutung, zum Beispiel die Erkenntnis, dass es sich um ein Auto handelt.

Die verschiedenen Leistungen erbringt das Gehirn in jeweils speziell dafür zuständigen Hirnregionen. Diese Regionen entsprechen bestimmten Gebieten des Gehirns, die sich auch anhand der Anatomie nachvollziehen lassen.

Wie ist das Großhirn aufgebaut?

Das Großhirn ist in zwei weitgehend symmetrische Hälften (Hemisphären) unterteilt, die durch eine Längsfurche (Fissura longitudinalis cerebri) getrennt sind. Beide Hälften stehen durch einen breiten, dicken Nervenstrang, dem Balken (Corpus callosum), in Verbindung und können so miteinander interagieren. Die meisten Funktionszentren des Großhirns kommen symmetrisch in jeder Hemisphäre vor, einige Zentren jedoch bestehen nur einmal, so zum Beispiel das Sprachzentrum.

Platzsparendes Meisterwerk

Die Großhirnrinde (Cortex cerebri) schützt das Großhirn vor äußeren Einflüssen. Die zwei bis vier Millimeter dicke Rinde ist stark gefaltet, sodass die Oberfläche um ein Vielfaches vergrößert wird. Die Rinde besteht aus 19 bis 23 Milliarden Nervenzellen, die wegen ihrer grauen Farbe auch graue Substanz (Substantia grisea) genannt werden. Die Großhirnrinde lässt sich aufgrund ihrer Funktionen in verschiedene Rindenfelder einteilen:

Unter der Großhirnrinde befinden sich zahlreiche Nervenfasern. Sie sind von einer sogenannten Myelinscheide umgeben, die weiß erscheint und dem Inneren des Großhirns den Namen weiße Substanz (Substantia alba) verleiht. Die Nervenfasern verbinden zum einen die Großhirnrinde mit verschiedenen Gehirnregionen, zwum anderen verknüpfen die Nervenfasern die unterschiedlichen Bereiche des Großhirns miteinander.

Auch wenn es einem im Alltag nicht bewusst ist: Das Großhirn arbeitet nonstop!

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2016)

Online-Informationen des Lundbeck Institute: http://www.brainexplorer.org/global/brain-atlas (Abrufdatum: 4. März 2016)

Schiebler, T., Korf, H.: Anatomie. Steinkopff, Heidelberg 2007

Stand: 4. März 2016

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