Geburtsanzeichen: So merken Sie, dass es bald losgeht

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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So eine Schwangerschaft ist eine unglaublich aufregende Zeit – voller Hochs und Tiefs, und bei jeder Frau anders: Die eine fühlt sich schon relativ früh wie Free Willy auf Füßen, die andere hingegen durchlebt die 40 Schwangerschaftswochen relativ beschwerdefrei.

Gegen Ende der Schwangerschaft, wenn der kugelrunde Bauch langsam aber sicher Medizinball-ähnliche Ausmaße angenommen hat, wird es für alle besonders spannend! Die Kliniktasche steht schon längst griffbereit im Flur – und die ganze Familie fiebert dem errechneten Geburtstermin des kleinen Lieblings entgegen.

Aber: Über 90 Prozent der Babys werden nicht am errechneten Termin geboren! Daher ist es hilfreich, die wichtigen Anzeichen für die baldige Geburt zu kennen.

Die verschiedenen Geburtsanzeichen erleben Frauen sehr unterschiedlich. Einige nehmen zum Beispiel überhaupt keine Veränderungen wahr – zumindest bis zu den Geburtswehen. Andere hingegen berichten wenige Tage vor der Geburt von

Durch die Abnahme der Fruchtwassermenge lassen häufig die Kindsbewegungen nach – oder werden als schmerzhaft erlebt. Auch eine Gewichtsabnahme infolge einer vermehrten Urinausscheidung gilt als Zeichen dafür, dass es bald losgeht.

Drei relativ sichere Anzeichen für eine baldige Geburt

Abgang des Schleimpfropfens

Während der Schwangerschaft ist der Muttermund (das ist die kleine Öffnung des Gebärmutterhalses) durch einen Schleimpfropf verschlossen. Der Schleimpfropf besteht aus zähflüssigem Zervixschleim, ist überwiegend milchig bis klar (manchmal leicht blutig) und schützt das ungeborene Kind vor Keimen und Bakterien.

Gegen Ende der Schwangerschaft verändern sich Lage und Festigkeit des Gebärmutterhalses: Die Gebärmutter richtet sich auf, der Gebärmutterhals verkürzt sich und der Muttermund beginnt langsam damit, sich zu öffnen. Nach dieser Öffnung werden Sie den Schleimpfropf in Ihrem Slip entdecken.

Wann die Geburt nach dem Abgang des Schleimpfropfens genau losgeht, lässt sich pauschal nicht sagen – lange dauern kann es dann aber nicht mehr.

Vorzeitiger Blasensprung

Über die gesamte Schwangerschaft ist das Baby in einer mit Fruchtwasser gefüllten Eihülle eingebettet – in der sogenannten Fruchtblase. Im Laufe der Geburt wird sich die Fruchtblase irgendwann öffnen – schließlich muss das Kind ja raus. Meist ist dies während oder am Ende der Eröffnungsperiode der Fall.

Gelegentlich kommt es vor, dass die Fruchtblase schon platzt, noch bevor die Wehen überhaupt eingesetzt haben (sog. vorzeitiger Blasensprung). Ein Blasensprung ist ein eindeutiges Geburtsanzeichen. Es kann zwar noch einige Stunden bis sogar einen Tag dauern, bis die Wehen und damit die Geburt tatsächlich losgehen – spätestens 24 Stunden nach dem Blasensprung leiten viele Ärzte die Geburt wegen der erhöhten Infektionsgefahr ein.

Geburtswehen

Wehen sind für viele DAS Geburtsanzeichen überhaupt – na klar, schließlich gilt: Ohne Wehen keine (natürliche) Geburt. Allerdings sind Wehen nicht gleich Wehen. Bereits ab der 20. SSW treten hin und wieder Wehen auf, sogenannte Übungswehen. Die Gebärmutter übt gewissermaßen, sich anzuspannen.

Danach, etwa ab der 36. SSW , kommt es zu Senkwehen. Auch diese sind unregelmäßig und unterschiedlich schmerzhaft – viele verspüren dabei eher ein Spannungsgefühl im Bauch als echte Schmerzen.

Die eigentlichen Geburtswehen hingegen kündigen sehr sicher eine baldige Geburt an. Sie treten zu Beginn etwa alle 10 Minuten auf und dauern meist eine halbe bis eine Minute. Ist das der Fall, sollten Sie sich schleunigst auf den Weg ins Krankenhaus machen – denn schon in wenigen Stunden werden Sie Ihr Kind in den Armen halten können.

Weitere Informationen

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Alles rund um die Geburt

Wehen

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Quellen:

Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft: Tag für Tag faszinierende Bilder und umfassender Rat. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014

Mändle, C., Opitz-Kreuter, S.: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, Stuttgart 2014

Wehen. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2013)

Stand: 3. Februar 2017

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